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Wie sich das Coronavirus auf Sylt auswirkt: meine Erfahrungen von der ehemals isolierten Insel

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Zuletzt geändert am 7. August 2020

Das Coronavirus und seine drastischen Maßnahmen hat auch Sylt und den Tourismus betroffen. Welche Erfahrungen ich in Bezug auf Reisen, Urlaubsbuchungen und den Coronavirus auf Sylt direkt erlebe, habe ich hier zusammengefasst und einen Live Ticker eingerichtet. Der Artikel wird auch stetig von mir auf den aktuellen Stand gehalten.

Unsere Absagen und Stornierungen durch das Coronavirus

Wie auch bei vielen anderen Reisenden, hat COVID-19 auch Anja und mich getroffen. Ende Februar / Anfang März konnte noch keiner ahnen, was dieses Virus alles ins Rollen beziehungsweise zum Stehen bringen wird.

ITB Berlin

Mit der Absage der ITB in Berlin hat es uns Anfang März getroffen. Anja hatte sich für die wichtigen Tage unter der Woche bereits frei genommen.

Wirklich sehr schade aber angesichts der Entwicklung nur vernünftig die Tourismusbörse, wie so viele anderen Messen ebenfalls abzusagen. Wir hatten Glück und mussten weder Hotelzimmer noch Zugtickets oder ähnliches stornieren. Anderen Reisebloggerkollegen erging es leider nicht so.

Reiseblogger BarCamp Wismar

Am 12. März wurde ebenfalls das Reiseblogger BarCamp in Wismar für Ende April abgesagt. Unsere bereits gekauften Tickets werden zurzeit zurück gebucht. Wir werden sehen, wie sich die Lage entwickeln wird und ob das BarCamp in Wismar zu einen anderen Zeitpunkt stattfinden wird.

Wir drücken dafür beide fest die Daumen, ist das Event immer wieder eine großartige Möglichkeit auf andere Reiseblogger zu treffen, sich auszutauschen und spannende Destinationen zu erleben. Das haben uns die BarCamps in Bremen und Wolfenbüttel gezeigt.

Das sind zum Glück bis jetzt nur kleine Ausfälle für uns. Im Vergleich zu großen Fernreisen, die aufgrund von Flugannulierungen oder Grenzschließungen ins Wasser gefallen wären und die damit verbundenen größeren finanziellen Folgen.

Viele hat es weitaus schwerer getroffen. Noch ist der wirtschaftliche Schaden, vor allem in der Tourismusbranche nicht abzuschätzen. Fakt ist, der Coronavirus wird unser tägliches Leben in den nächsten Wochen erheblich beeinträchtigen.

Ostern an der Ostsee

Mit dem touristischen Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern ist auch mein verlängertes Osterwochenende im Ostseebad Nienhagen ins Wasser gefallen. Die Appartementvermietung hat sich gemeldet und zwei Optionen angeboten: entweder einen Gutschein oder eine Umbuchung zu einen anderen Zeitraum. Ich hoffe, ich kann dieses verlängerte Wochenende dieses Jahr im September oder Oktober nachholen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen jedes Jahr an die Ostsee zu fahren, um alte Reiseziele, wie die Insel Usedom, wieder neu zu entdecken oder neue Flecken an der Ostseeküste zu erkunden.

Übersicht zu seriösen Informationen zu COVID-19

In der gesamten Medienflut ist es oft nicht einfach glaubwürdige Quellen zu finden. Das Robert Koch Institut gibt auf seiner Webseite täglich wichtige Informationen heraus.

Auch auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA gibt es einen Überblick zur derzeitigen Entwicklung und hilfreiche Tipps. Auf auf den Homepages der jeweiligen Bundesländer gibt es gebietsspezifische Informationen, wie hier zum Land Schleswig-Holstein.

Auch die nördlichste Fischbude von Deutschland ist in der Coronakrise geschlossen.

Auch die nördlichste Fischbude von Deutschland ist in der Coronakrise geschlossen.

Live Ticker zu touristischen Themen zum Coronavirus auf Sylt

07. August – Für alle, die sich noch immer nicht an die aktuelle Mund-Nasen-Bedeckung gewöhnt haben, wird es ab sofort teuer. Das Land Schleswig-Holstein hat bekanntgegeben, dass ein Bussgeld in Höhe von 150,00 € fällig wird, wenn es zu Verweigerungen kommt. Das betrifft damit auch die Insel Sylt. Es geht vor allem um die Bereiche: Kunden in Geschäften, Fahrgäste sowie Besucher in Reha- und Pflegeeinrichtungen.

24. Juli – Laut der heutigen Pressemitteilung der Gemeinde Sylt sind 8 Personen aus NRW positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Betroffenen befinden sich bereits wieder in ihrem Heimatort. Drei enge Kontaktpersonen aus Nordfriesland sind derzeit in Quarantäne. Acht weiteren Personen, die ebenfalls in Kontakt zu den Betroffenen standen, ist eine Empfehlung ausgesprochen worden Kontakte zu reduzieren und zu Hause zu bleiben. Die Personen hielten sich in der Zeit vom 10. bis 16. Juli auf der Insel auf. Laut der Leiterin des Amtsärztlichen Dienstes seien alle Corona-Tests, bis auf ein noch ausstehender, negativ bei den 11 Kontaktpersonen ausgefallen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Personen bereits vor ihrer Syltreise außerhalb von Nordfriesland angesteckt haben. Derzeit gibt es einen Fall im Kreis Nordfriesland und dieser befindet sich auf dem Festland.

10. Juli – Die Gemeinde Sylt meldet heute Nachmittag einen Coronafall auf Sylt. Laut dem Gesundheitsamt für den Kreis Nordfriesland ist gestern eine Person aus Hessen positiv auf COVID-19 getestet worden. Die infizierte Person ist mit seiner Familie heute in seinen Heimatort zurück gereist. Eine Kontaktperson wurde ermittelt, welche sich in Quarantäne befindet. Die Leiterin des amtsärztlichen Dienstes des Kreis-Gesundheitsamt geht davon aus, dass sich die Person bereits vor ihrer Reise außerhalb von Nordfriesland angesteckt habe.

24. Juni – Urlauber aus Corona Risikogebieten, wie derzeit aus dem Kreis Gütersloh oder dem Kreis Warendorf dürfen mit einem negativen Corona-Test sowie einem ärztlichen Attest nach Schleswig-Holstein und damit auch nach Sylt reisen. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden alt sein. Laut dem Bürgertelefon Schleswig-Holstein ist das genaue Datum einschließlich Uhrzeit des Testergebnisses entsscheidend. Die Kontrolle liegt beim Gastgeber. Die Verantwortung der Anreise liege jedoch beim Gast und nicht beim Vermieter. Wer ohne Testergebnis der vergangenen 48 Stunden anreist, soll sich unverzüglich bei Einreise unter der Hotline des Gesundheitamtes Nordfriesland ( 0800 200 66 22) melden. Darauf soll man sich direkt in eine 14 tägige Quarantäne in einer geeigneten Unterkunft begeben.

Wenn sich derzeit Urlauber aus den Risikogebieten auf der Insel aufhalten, welche vor dem 24. Juni angereist sind, dürfen sie bleiben und müssen nicht in Quarantäne.

15. Juni – Der Tourismus-Service Kampen informiert, dass alle Strandkörbe für Juli und August an den Stränden von Kampen ausgebucht sind. In dieser Sommersaison sind nicht nur aufgrund des Coronavirus weniger Strandkörbe aufgestellt worden, sondern auch wegen der großen Abbruchkante und dem damit verbundenem Sandverlust aus der vergangenen Herbst- und Winterstürmen.

08. Juni – seit dem heutigen Tag gibt es weitere Lockerungen im Umgang mit dem Coronavirus auf Sylt. So dürfen auf Sylter Campingplätze die gemeinschaftlichen Sanitäranlagen genutzt werden. Auch Sylter Restaurants sind seit diesem Montag bis 23 Uhr geöffnet und damit eine Stunde länger als die Wochen zuvor.

04. Juni – Nach dem überaus erfolgreichen Pfingstwochenende und teilweisen überfüllten Stränden an Nord- und Ostsee, stand plötzlich die Idee von einer Strand-App für Sylt im Raum. Damit soll der Badegast seinen Strandbesuch planen und reservieren. Zum Glück gilt das dann doch nicht für Sylt und jeder Inselbesucher kann seinen Tag am Strand auch spontan genießen.

30. Mai – Bei traumhaften Wetter strömten am heutigen Pfingstsamstag soviele Menschen an den Strand der Buhne 16 in Kampen, dass dieser gesperrt werden musste. Für die weiteren Pfingstfeiertage werden in Kampen keine Tageskarten an den Kurkartenhäuschen verkauft und die Dünenparkplätze werden verkleinert.

25. Mai – Seit diesem Montag hat Dänemark seine Grenzen für Sylturlauber geöffnet. Diese dürfen Dänemark als Transitland nutzen, um nach Römö zu gelangen und mit der Syltfähre nach List überzusetzen. Gäste sollten unbedingt die Buchungsbestätigung der Fähre sowie den Mietvertrag der gebuchten Ferienunterkunft auf Sylt mit sich führen.
Der Einsatz der Syltfähre wird die Anreisewelle zu Pfingsten deutlich entlasten.

18. Mai – In den letzten Tagen wurde schon viel darüber gesprochen und heute Vormittag ist es auch beschlossen worden, dass für Tagesgäste über das Himmelfahrtswochenende sowie über das Pfingstwochenende ein Betretungsverbot für die nordfriesischen Inseln sowie für die Halligen angeordnet wurde.

Auch hat Dänemark seine Grenzen für touristische Reisen geschlossen. Nur Wohnmobile durften im Zusammenhang mit Tourismus die Landesgrenze überqueren. Damit konnte die Syltfähre bei der enormen Anreisewelle am heutigen Tag keine PKWs von Römö nach Sylt befördern. Der Rückstau zum Autozug in Niebüll reichte bis Stedesand und war somit 9 km lang. Bis zu 5 Stunden mussten Gäste warten.

16. Mai – Am heutigen Samstagabend ist die langerwartete Landesverordnung von Schleswig-Holstein veröffentlicht worden. Details zum Tagestourismus werden erst am Montag um 12 Uhr in einer Pressekonferenz erwartet. Am morgigen Sonntag soll der Kreis Nordfriesland seine Verordnung herausgeben.

12. Mai – In weniger als einer Woche beginnt die Öffnung der Insel für die lang ersehnten Urlaubsgäste. Noch immer fehlt die Verordnung vom Land und dem Kreis Nordfriesland. Am Samstag, der 16. Mai 2020 ist mit der Verordnung zu rechnen. Die Bürgermeister der Insel, die Sylt Marketing sowie die Sylter Unternehmer haben darum gebeten, dass auf Tagestouristen bis nach Pfingsten vorerst verzichtet werden sollte, da auch ohne Pandemie zum Himmelfahrtswochenende und zu Pfingsten Ausnahmezustand herrsche.

7. Mai – Heute Vormittag ist endlich bekanntgegeben worden, worauf sich Einheimische und zukünftige Sylturlauber schon so sehr gefreut haben. Ab den 18. Mai ist eine touristische Reise nach Schleswig-Holstein und damit nach Sylt möglich. Hotels, Ferienwohnungen- und häuser dürfen wieder öffnen und vermietet werden. Restaurants dürfen mit Einhaltung eines Hygienekonzepts ebenfalls Gäste bis 22 Uhr bewirten.

4. Mai – Seit heute dürfen die Zweitwohnungsbesitzer wieder auf die Insel. Und sie haben den ersten Anreisetag bereits gut genutzt. Eine Stunde Wartezeit gibt es an der Verladung in Niebüll, allerdings bereits vor dem Autozuggelände. Bevor es auf den Autozug geht, kontrolliert die Polizei die Dokumente, womit die Zweitwohnungsbesitzer bescheinigen können, dass sie einreisen dürfen. Folgende Dokumente sollten griffbereit sein: Meldebescheinigungen, Jahreskurabgabenbescheid 2020, Grundsteuerbescheid, Grundbuchauszug, Personalausweis.
Angehörigen von Einheimischen sowie Touristen ist das Einreisen noch immer nicht erlaubt.

1. Mai – Aktuell gibt es auf den nordfriesischen Inseln 37 Personen, die sich aufgrund des Coronavirus in Quarantäne befinden. 2 sind derzeit an COVID-19 erkrankt. Zurzeit wird noch immer nicht zwischen den einzelnen Inseln aufgeschlüsselt.

29. April – Nach dem heutigen Treffen der Landesregierung von Schleswig-Holstein dürfen ab den 4. Mai Zweitwohnungsbesitzer und deren im Hausstand lebenden Angehörigen nach Schleswig-Holstein und damit auch nach Sylt reisen. Das gleiche gilt auch für Dauercamper mit Zweitwohnungssitz. Desweiteren öffnen auch Sportboothäfen, Museen, Ausstellungen, Zoos, Tiergärten, Außenanlagen von Botanischen Gärten und Pflanzenparks. Allerdings, ist das Reisen aus touristischen Zwecken, ausgenommen die oben aufgeführten Freizeiteinrichtungen, bis auf weiteres untersagt.

20. April – Auch auf Sylt hat der Einzelhandel geöffnet, allerdings fehlt die Kaufkraft. Kauffreudige Urlauber dürfen nicht auf die Insel und die Einheimischen sind eher zaghaft, da fast 80% vom Tourismus leben und in Kurzarbeit sind.

16. April – Die Landesregierung von Schleswig-Holstein plant ein dreistufiges Verfahren, um Touristen wieder ins Bundesland zu lassen. Als erster Schritt sollen Zweitwohnungsbesitzer die Nutzung ihrer Immobilien erlaubt werden. Der zweite Schritt sieht vor, dass Ferienwohnungen genutzt sowie Hotelübernachtungen wieder möglich sind. Im dritten Schritt dürfen Tagestouristen Schleswig-Holstein besuchen. Mit dieser Regelung soll eine Kontrolle erwirkt werden, damit die Küstenorte nicht überlaufen werden. Ein konkretes Datum ist jedoch nicht nicht genannt worden. Bund und Land überlegen, wie ein Sommergeschäft für den Tourismus aussehen kann. Auch die Verschiebung der Sommerfeiren steht im Raum, lässt aber noch Platz für Disskusionen.

15. April – Beim Treffen der Bundesminister und der Bundeskanzlerin zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise sind zwar Lockerungen unter anderem für den Einzelhandel besprochen worden, welche ab den 20. April realisiert werden können, allerdings gibt es noch keine Prognosen für die Hotelerie und Gastronomie. Auch bleiben die Nord- und Ostseeküste bis zum 3. Mai für Touristen gesperrt. Somit verlängert sich die  Aufenthaltsbeschränkung auch für die Insel Sylt.

7. April – Einige Sylter und Gäste sind erfinderisch und strotzen der Einreisebeschränkung. Tatsächlich haben einige Privatvermieter Gäste mit ihrem privaten Fahrzeug aus Niebüll abgeholt und sie zurück nach Sylt geschleust. Die Tageszeitung Sylter Rundschau berichtet ausführlich über diesen Vorfall.

2. April – Für Sylt und auch den anderen Nordfriesischen Insel gibt es derzeit keine genauen Zahlen über Coronainfizierte oder in Quarantäne lebenden Personen. In der Bevölkerung kommt es langsam zu wilden Spekulationen. Der Kreis Nordfriesland hat am 1. April veröffentlicht, dass sich zurzeit 42 Personen in Quarantäne befinden und 12 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Diese Zahlen gelten für die gesamten Nordfriesischen Inseln. Wie sich die Zahlen auf Sylt, Amrum, Föhr und die Halligen aufteilen ist momentan unklar.

26. März – Am Westerländerhauptstrand kontrollieren Polizeibeamte die Ausweise der Strandspaziergänger, ob ihr Erstwohnsitz auf Sylt ist. Wer nur beruflich auf der Insel ist, sollte einen Arbeitsauftrag oder ähnliches mit sich führen.

20. März – Ab dem heutigen Tag ist Eigentümern von Zweitwohnungen im gesamten Kreis Nordfriesland und damit auch auf Sylt die Nutzung untersagt. Zweitwohnungsbesitzer, die bereits vor Ort sind, müssen die Rückreise antreten und Nordfriesland bis spätestens den 22. März verlassen.

Derzeit gibt es zwei bestätigte Fälle vom Coronavirus erkrankter Personen auf Sylt.

19. März – Am heutigen Donnerstagabend wird der erste Fall des Coronavirus auf Sylt bestätigt. Die Person kam aus einem Risikogebiet und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

18. März – Der Flughafen Sylt hat seine Öffnungszeiten geändert und weist auf seiner Webseite darauf hin, dass ein Betretungsverbot erlassen wurde für alle ohne Erstwohnsitz auf Sylt oder einer Arbeitsaufgabe.

17. März – Die Landesregierung von Schleswig- Holstein hat am Nachmittag unter anderem beschlossen, das gastronomische Betiebe spätestens ab Donnerstag geschlossen sein müssen, Ausnahmen gelten für Lieferdienste, jedoch unter strengen Vorlagen.

Die Verschärfung wurde durchgesetzt, weil der Tagestourismus in den letzten Tagen nicht wirklich zum Erliegen kam. Viele Sylter Restaurants haben heute im Laufe des Tages geschlossen.

16. März – In der heutigen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel werden drastische touristische Einschränkungen vorgegeben. Es gibt ein Verbot von touristischen Übernachtungen, keine Urlaubsreisen in In- und Ausland. Bars und Kneipen werden geschlossen sowie dürfen Restaurants derzeit nur von 6 bis 18 Uhr geöffnet haben.

Neben dem Gemeindebüro in Wenningstedt-Braderup haben bereits die ersten Restaurants, wie etwa das Samoa Seepferdchen in Rantum und Oma Wilma in Keitum darauf reagiert und geschlossen.

Am Abend wurde die Anordnung durch den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein noch verschärft. Alle Touristen haben bis Mittwoch, 18.03.2020 die Insel zu verlassen. Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen sind zu räumen und zu schließen. Sylt und alle weiteren schleswig-holsteinischen Inseln sind bis einschließlich den 19. April 2020 abgeriegelt!

15. März – Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat beschlossen, die schleswig-holsteinischen Inseln an Nord- und Ostsee ab Montag früh, 06.00 Uhr, für Touristen abzuriegeln. Das gilt auch für Sylt. Personen, die ihren Erstwohnsitz auf Sylt haben oder hier arbeiten, sind von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen. Urlauber, die bereits auf Sylt Quartier bezogen haben, sind aufgefordert den Heimweg anzutreten.

14. März – Die Syltfähre stellt ihren Betrieb von List auf Sylt nach Havneby/ Römö ein. Der Grund sind die Grenzschließungen Dänemarks.

13. März – Die Gemeinde Sylt empfiehlt alle gastronomischen Betriebe einzustellen oder auf Außer-Haus-Bestellungen umzustellen. Auch werden alle Veranstaltungen bis einschließlich 24. April, wie etwa die Hörnumer Leuchtturmführungen abgesagt.

10. März – der 39. Syltlauf wird aufgrund des Coronavirus abgesagt.

Die Sansibar, wie man sie noch nie gesehen hat - menschenleer.

Die Sansibar, wie man sie noch nie gesehen hat – menschenleer

Meine Erfahrungen von der Insel Sylt in Verbindung mit den Coronavirus

Sylt vor der Zugangsbeschränkung für Touristen

Mit der bundesweiten Schließung der Schulen und Kitas am Freitag, 13. März ist eine Reisewelle an die deutschen Küsten ausgelöst worden. Am Autozug in Niebüll betrug die Wartezeit am Samstag, den 14. März 2 Stunden.

Auch in verschiedenen Sylter Restaurants war von Corona Krise nichts zu spüren, ganz im Gegenteil, es wurde trotzdem fröhlich Essen gegangen und gefeiert. Am Sonntag, den 15. März ist die Schlange am Autozug nach Niebüll mit der in der Hochsaison zu vergleichen. 200 Läufer starten in Eigenregie von Hörnum nach List für ihren persönlichen Syltlauf. Mit dem Schreiben der Zugangsbeschränkung für Touristen auf den schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeinseln, welches am späten Sonntagnachmittag veröffentlicht wird, ändert sich das Blatt am Autozug.

Der Abreiseverkehr verlagert sich nun nach Westerland. Teilweise reisen Urlauber ab, die vor 3 Stunden erst auf die Insel gekommen sind. Der enorme Abreiseverkehr hält auch am Montag bis in die Abendstunden an. Den einzigen Personen, welchen die Anreise gewährt wird ist allen mit Erstwohnsitz auf Sylt und Pendler, die auf der Insel berufstätig sind sowie die Insel mit Güter versorgen.

Sylt nach der Abriegelung aufgrund des Coronavirus

Ich bin am Montagnachmittag mit dem Autozug von Niebüll nach Westerland gefahren. Vor dem Autozuggelände kontrolliert die Polizei deinen Ausweis. Auch habe ich Polizeistreifen auf dem Bahnhof in Westerland gesehen, die ein Auge auf die ankommenden Personenzüge haben.

Es scheint einen harten Kern von „Syltfans“ zu geben, die den Ernst der Lage noch nicht ganz begriffen haben oder nicht begreifen möchten. Die Abreise wird soweit wie möglich hinausgezögert und nach eigenen Angaben ist eine Runde Rad fahren und Fischbrötchen essen wichtiger als die oben genannten Anordnungen.

Einige Restaurants hatten am Montagabend auch noch weit über die angeordneten 18 Uhr geöffnet.

Coronavirus auf Sylt – die Insel hat geschlossen

Es ist ein seltsames Gefühl derzeit auf der Insel. Ein wenig fühlt es sich an wie an einem Sonntag im tiefsten November, wenn nicht die schöne Frühlingssonne wäre. Es sind kaum Personen auf der Straße, weder Rollkoffer sind zu hören, noch Schlangen vor dem Bäcker. Nur auf der Baustelle in der Maybachstraße herrscht ordentlich Betrieb.

Innerhalb weniger Stunden haben so gut wie fast alle Restaurants geschlossen und auf Kurzarbeit umgestellt. Ein Teil der Sylter Restaurants bietet einen Liefer- und/oder Abholservice an. Einige gastronomischen Betriebe, wie das Manne Pahl in Kampen oder die Schokoladenmanufaktur / Café Wien im Gebwerbegebiet, verschenken ihr Ware, bevor sie die Lebensmittel wegwerfen. Sylt hat zu und wartet nun ab. Wer das Glück hat arbeiten zu gehen, für den steht das Coronavirus auf der Tagesordnung, so wie unter anderem in den vielen Appartementvermietungen. Die Flut der E-Mails und Telefonate zu den Buchungen, die aufgrund der Zugangsbeschränkungen der Insel nicht wahrgenommen werden können, lassen sich kaum bewältigen.

Ich bin am gestrigen Donnerstagnachmittag von Westerland nach List gefahren, um Besorgungen zu machen. Auf meinem Rückweg durch Kampen stand ich mit dem Auto fast alleine an der Ampel und wartete auf grün. In dieser Szenerie läuft ein großer Feldhase fast schon gemütlich über die Kreuzung und muss sich keine Sorgen machen unter die Räder zu kommen.

Leben auf einer einsamen Insel

Jetzt sind es mittlerweile gut zwei Wochen seit die Urlauber Sylt wegen der Ausbreitung des Coronavirus verlassen mussten. Wie im Rest der Republik auch, ist das tägliche Leben zum Erliegen gekommen. Normalerweise drängen sich die Menschen in den Straßenbistros in der Westerländer Friedrichstraße und lieben das „Leute gucken“. Auf meinem Weg zur Apotheke sehe ich nur wenige Passanten. Die paar führen ihren Vierbeiner aus. Möwen watscheln durch die Fußgängerzone und scheinen die Fischbrötchen und Eistüten sehr zu vermissen, die sie hier sonst liebend gern den Unvorsichtigen stibizen. Einige Restaurants nutzen die Gelegenheit und renovieren und reparieren. Das Klappern der Handwerker hallt an den Häusern in der Friedrichstraße, wie in einer leeren Wohnung.

Ich gehe Richtung Hauptstrand. Alle Häuschen der Kurkartenkontrolleure sind leer. Normalerweise wird ab März hier täglich kontrolliert. Die Promenade ist wie leer gefegt. Das pulsierende Leben hat Sendepause. Ein paar Spaziergänger und Jogger – das wars. Am Strand sieht es ähnlich aus. Winzige Punkte an der Wasserkante lassen erahnen, dass dort ein einsamer Spaziergänger läuft. Zu dieser Szenerie dringen Housebeats an mein Ohr. Auch im Hotel direkt an der Promenade scheint ordentlich renoviert zu werden und die Handwerker haben die Regler hochgedreht. Eine skurille Atmosphäre.

Zwei Wochen ohne Gäste auf Sylt – ein Zwischenfazit

Am 16. März wurde beschlossen, dass alle Gäste und Urlauber von der Insel  Sylt abreisen müssen. Bis zum 19. April wurde eine Zugangsbeschränkung verhängt. Das bedeutet: seit zwei Wochen herrscht eine trügerische Stille über der Insel. Bei schönstem Sonnenschein könnte man eigentlich gut auf der Terrasse sitzen, Kuchen essen und den Blick übers Meer schweifen lassen. Kaum vorzustellen aber kein Lokal hat geöffnet. Einige wenige versuchen mit Außerhausverkäufen über die Runden zu kommen. Viele nutzen die Zeit und reparieren und putzen. Köche, Kellner in Kurzarbeit, die Terrassenmöbel streichen – kein seltener Anblick momentan.

Bei meinem wöchentlichen Brot- und Brötchenkauf in der Bäckerei in Wenningstedt bin ich jedes Mal fast alleine mit der Verkäuferin im Geschäft.

Im Supermarkt heute morgen wird die Ware in Ruhe verräumt. Eigentlich ist alles da, außer die üblichen Verdächtigen wie Hefe oder Desinfektionsmittel. Leere Regale, wie mir Anja Fotos aus Berlin schickte, scheint es seit dem Wochenende vor zwei Wochen nicht mehr zu geben. Anja berichtet mir, wie schwer es in Berlin ist an Mehl zu kommen. Einige Supermärkte und Discounter sind seit drei Wochen nicht beliefert worden.

Mit der Zugangsbeschränkung für Touristen begann meine erste Arbeitswoche nach knapp 2 Jahren Elternzeit. Es war ein kurioser Wiedereinstieg in die Berufswelt. In den vergangenen zwei Wochen habe ich nur Stornierungen vorgenommen. Normalerweise gibt es vielleicht ein-zwei Stornos in der Woche und die restliche Zeit flattern Buchungen und Angebote ins Haus. Alle haben sich auf Ostern und Osterferien auf Sylt gefreut. Dieses Jahr wird alles anders sein. Gäste wie Sylter sind verunsichert. Wie wird es weitergehen? Wird die Zugangsbeschränkung verlängert? Was ist mit Himmelfahrt, Pfingsten und den Sommerferien? Fragen, die keiner von uns beantworten kann.

Willkommen zurück – die Zweitwohnungsbesitzer machen den Anfang

7 Wochen sind vergangen, seit Sylt die Schotten dicht gemacht hat. Wenn ich so zurückschaue, muss ich tatsächlich sagen, dass diese 7 Wochen für mich persönlich unfassbar schnell vergangen sind. In dieser Zeit war ich nur 3x in der Friedrichstraße und 2x davon im März, um diese unreale Szenerie zu fotografieren. Seit Montag, den 4. Mai kommt so langsam aber sicher wieder etwas Bewegung auf die Insel. Viele Zweitwohnungsbesitzer haben direkt die ersten Tage genutzt um endlich wieder in ihre Ferienimmobilie zu reisen. Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, so gesprächig wie in der jetzigen Zeit habe ich Zweitwohnungsbesitzer privat noch nie erlebt, beruflich steht auf einem anderem Blatt Papier. Eine Berliner Mutter winkt mir vom Wenningstedter Spielplatz freudestrahlend zu und ihre 3 Kinder toben ausgelassen auf den Spielgeräten. Sie beteuert mir, ungefragt, dass sie alle kein Corona hätten, sie wären getestet, als sie Husten hatten.
Ein älteres Ehepaar mit 2 Hunden kommt mir entgegen gelaufen, der kleine Westie lässt sich von mir genüßlich den Kopf kraulen und wir kommen schnell ins Gespräch. Sie können sich nur schwer vorstellen, dass ein Großteil der Bevölkerung auf der Insel mit 60-67% auskommen muss und das bei den gesalzenen Mietpreisen. „Da werden doch die Arbeitgeber die restlichen Prozent aufstocken!“ Ich schaue meine Freundin mit ihrer kleinen Tochter fragend an und wir schütteln beide verdutzt den Kopf und antworten fast zeitgleich: Wir kennen niemanden, bei dem das so wäre!“ Aber wir bleiben zuversichtlich, sagen wir. Auch wenn es finanziell eher „Saure Gurkenzeit“ ist, haben wir die Abgeschiedenheit und diese unfassbare Leere am Strand genossen. Nach einer Weile verabschieden wir uns mit den Worten: „Willkommen zurück auf der Insel!“

Der Countdown läuft – eine Woche vor Beendigung der Zugangsbeschränkung für Sylturlauber

Vor 2 Monaten ist die Zugangsbeschränkung für Sylt in Kraft getreten und nun, genau 8 Wochen später ist ein Gefühl von Götterdämmerung in der Luft zu spüren. Restaurantbesitzer messen akribisch die Abstände zwischen den Tischen und überlegen, wie sie mit den Auflagen auch nur halbwegs wirtschaftlich arbeiten sollen. Einige Hotels und Restaurants werden es nicht schaffen und am 18. Mai wieder auf zu sperren. Sie stecken noch mitten in der Renovierung und haben mit einer so schnellen Öffnung für den Tourismus nicht gerechnet. Köche fragen sich, wie sie bei Temperaturen von über 50°C am Herd mit Mund-Nasenschutz konzentriert arbeiten sollen. Und werden ab den 18. Mai überhaupt Gäste zu uns kommen? Diese Frage stellen sich wiederum andere. Ein Blick in die Appartementvermietungen zeigt ein deutliches Zeichen: Ja, ab den 18. Mai geht es endlich wieder los. Mit dem kommenden Himmelfahrtswochenende stehen wir vor einer Zerreißprobe. Mit jedem, mit dem ich auf der Insel gesprochen habe, ist zwiegespalten und hat Befürchtungen. Werden wir die Anreisewelle gut meistern? Auch ohne einer Pandemie herrscht auf Sylt in der Saison Ausnahmezustand. Wie wird es unter diesen Umständen sein? Was uns zusätzlich verunsichert ist die Tatsache, dass vom Land Schleswig-Holstein und von der Gemeinde Nordfriesland noch immer keine Verordnung veröffentlicht wurde. Wie sollen touristische Unternehmen und auch Gäste mit so kurzer Vorlaufzeit vorbereitet sein? Mit besten Wissen und Gewissen versuchen wir zuversichtlich zu sein und hoffen darauf, das Verantwortungsbewusstsein keinen Urlaub macht.

Wir sind startklar – 2 Tage vor der Inselöffnung

Die letzten Handgriffe werden getan. Reinigungsteams polieren Hotelzimmer und beziehen Betten in Ferienwohnungen. Alles unter dem Leitfaden der Mindestanforderungen der Hygienekonzepte. Mit Hochdruck arbeiten die Gastgeber, um an alle Maßnahmen zu denken, die mit dem Coronavirus einhergehen. Restaurantbesitzer überlegen, wie sie vorgehen sollen, um niemanden zu gefährden und unter welchen Bedingungen sie maximal 50 Gäste mit einem Mindestabstand von 1,50 m bewirten sollen. Einige Restaurants haben sich dazu entschlossen und werden vorerst NICHT öffnen. Das Samoa Seepferdchen in Rantum, Kaamps7 in Kampen und das Beach House Sylt in Westerland sehen keinen Weg für eine sichere Öffnung. Mit der Buhne 16 in Kampen entscheidet sich ein weiteres Strandrestaurant nicht zu öffnen und nur Abholservice anzubieten.
Wer kann, nutzt die Tage vor dem Ende der Zugangsbeschränkung und geht nochmal richtig einkaufen. Bei einem kurzen Schnack mit meiner Lieblingsverkäuferin im Supermarkt im Industrieweg, stellt sich raus, viele Sylter nutzen die letzten „ruhigen Tage“ um nicht nächste Woche einkaufen gehen zu müssen. Eine normale Schlussfolgerung, wenn Restaurants nur beschränkt öffnen können, müssen sich mehr Gäste selbst versorgen.
Dieser Sylturlaub wird für jeden Gast eine völlig neue Erfahrung werden. Die Leichtigkeit und die Freiheit, die sie sonst von Sylt kennen ist gebremst. Das muss sich jeder bewusst machen.

Von null auf hundert – so war die erste Woche Sylt nach den Corona-Lockerungen

Allen ist ein Stein vom Herzen gefallen, als der langerwartete 18. Mai vor der Tür stand. Die Gäste scharrten mit den Hufen und mussten sich bei doch sehr typischen Nordseewetter gedulden, um endlich wieder auf „Ihre Insel“ zu gelangen. Ein 9 km langer Stau bis nach Stedesand stellte die Gäste mit teilweise 7 Stunden Wartezeit auf eine sehr harte Geduldsprobe.

Endlich angekommen, füllten sich die Sylter Straßen mit Leben. Es fühlte sich zum Glück alles andere als überfüllt an. Nur wenige Gäste waren am Hörnumer Hafen am Montag zu sehen. Am Dienstag wurden alle Gäste mit traumhaftem Wetter belohnt und der strahlend blaue Himmel mit leichtem Nordwestwind lies die gestrige strapazöse Anreise schnell vergessen. An vielen Stränden, wie etwa in Rantum war die Einhaltung der Abstandshaltung kein Problem. Es stehen zwar zurzeit noch nicht so viele Strandkörbe den Gästen zur Verfügung aber mit einer Strandmuschel kann man sich trotzdem sehr gut behelfen. Der Mittwoch zog ein typisches Sylter Wetterphänomen mit sich: Seenebel! Das Nordseewasser war noch zu kühl für die darüberliegenden Luftschichten. Das kalte Nordseewasser kühlt die warme Luft und in wenigen Minuten bildet sich Seenebel. Es scheint, als würde das Meer qualmen. Um am Strand zu liegen ist es deutlich zu frisch, dafür lässt es sich auf dem Rad in den Inselosten davon radeln. Am Deich zwischen Tinnum und Morsum zeichnete der Seenebel bizarre Wolkenformationen über das Watt und große Wolkenlücken sorgten für die richtige Temperatur. Von Massentourismus keine Spur.

Tischreservierungsknigge – nicht nur zu Coronazeiten

Wer am Abend essen gehen möchte, muss sich in der Regel auf 2 Belegungen einstellen und sollte nicht vergessen, die Lokale müssen um 22 Uhr schließen. Vor diesen Herausforderungen standen Gäste wie Wirte. Einige haben es aber auch darauf ankommen lassen und testeten aus, ob denn tatsächlich darauf geachtet wird. Es wird darauf geachtet und spezielle Ordnungsbeamte gehen Streife und mahnen nicht nur an.

Worüber sich einige Gastronomen beklagen sind Reservierungen, die nicht abgesagt werden. Diese Unart gibt es leider schon seit vielen Jahren, aber gerade in der jetztigen Situation, wo wirklich mit jedem Gast gerechnet wird, um irgendwie wirtschaftlich zu arbeiten, kann niemand dieses Verhalten verstehen. Deshalb auch eine große Bitte von mir: wer seine Tischreservierung nicht wahrnehmen möchte, sollte bitte kurz das Restaurant kontaktieren und absagen. Wer es nicht tut, der fügt den Gastronomen einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu!

Sylt Shoppen mit Maskenpflicht und Kuchen essen bei Dauerregen

Der Freitag nach Himmelfahrt fiel buchstäblich ins Wasser. Damit kam es zu einem ungeahnten „run“ auf die Bäckereien und Geschäfte. Auch ohne Abstandsregel waren die Schlangen beim Bäcker am Morgen in der Hauptsaison gefühlt kilometerlang und nun wurde bei strömenden Regen vor den Geschäften geduldig mit Maske gewartet, um endlich einen Einkaufskorb zu erhaschen, um Kuchen zu kaufen. Egal wo ich vorbei fuhr, überall zeigte sich das gleiche Bild. Am nächsten Tag mit der Bäckereiverkäuferin im Gewerbegebiet in Tinnum: „Ab 15.30 Uhr hatte sie keinen Kuchen mehr in der Auslage!“

Einige clevere Sylturlauber nutzten das Schietwedder und folgten der Empfehlung der Sylter Rundschau. Bei anhaltenem Nieselregen haben sie ihre Fahrzeuge bereits am heutigen Freitag aufs Festland gebracht. Die Anreisewelle von Montag wollte keiner erneut erleben, vor allem weil die Syltfähren noch immer nicht fahren konnten, da Dänemark seit Montag keine Transitreise zuließ. Wer in Niebüll oder Klanxbüll einen Parkplatz suchte, musste auch hier etwas länger als sonst schauen. Aber sie wurden belohnt! Damit blieb die historische Abreisewelle am Sonntag überschaubar.

So verlief die touristische Feuerprobe für Sylt unter Coronabeschränkungen doch positiv ab. Ich bin zuversichtlich, dass Pfingsten, mit etwas mehr Routine, genauso gut verlaufen wird.

Voller wirds nicht – Die Sommersaison auf Sylt in Zeiten der Coronakrise.

Für die ersten Bundesländer sind die Sommerferien bereits vorrüber und auch auf Sylt haben seit der ersten Augustwoche die Schulen nach 5 Wochen Ferien wieder geöffnet. Mit der Öffnung der Insel nach dem Lockdown im Mai fühlt es sich an, dass wir uns seitdem in der Hochsaison befinden. Jetzt im Juli und August ist das Maximum definitiv erreicht. Es ist wirklich das letzte Zimmerlein vermietet. Und die Buchungslage wird sich durch den August bis in den September auf änlichem Niveau halten. Das bedeutet für die Feriengäste lange Warteschlagen am Morgen vor dem Bäcker, volle Strände und ausgebuchte Restaurants. Aber trotzdem scheint es gut zu funktionieren mit den 1,50 m Abstand und dem Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Auch an gut besuchten Stränden lässt sich der Abstand einhalten. In Gesprächen mit Gästen merke ich, wie unterschiedlich das Essen gehen und das Einhalten der Hygieneregeln ist. Einem beachtlichem Teil an Gästen ist dies zu riskant und versorgen sich entweder selbst oder nutzen die verschiedenen Lieferservices. Bei einem Schnack mit einem Pizzaboten erfuhr ich, dass am Abend mit einer Wartezeit von 2 Stunden auf die bestellte Lieferung gerechnet werden muss. Auch für den Lieferservice eine logistische Herausforderung.

Der Coronavirus auf Sylt ist Schuld: keine Urlauber auf der Promenade in Wenningstedt

Der Coronavirus auf Sylt ist Schuld: keine Urlauber auf der Promenade in Wenningstedt

Rotes Kliff in Kampen - leerer Strand bei Traumwetter

Rotes Kliff in Kampen – leerer Strand bei Traumwetter

Auf die Promenade von Westerland verirren sich nur wenige Spaziergänger

Auf die Promenade von Westerland verirren sich nur wenige Spaziergänger

Urlaub auf Sylt: Was passiert mit meiner Buchung?

Wer eine Reise nach Sylt in dem Zeitraum bis zum 17. Mai gebucht hat, kann diese derzeit nicht antreten. Die derzeitige Situation stellt Gäste wie Gastgeber vor nie dagewesene Stornierungen. Der Deutsche Tourismusverband informiert über kostenlose Stornierungen für Gäste. In der Regel werden Buchungen bis zum 17. Mai kostenfrei storniert und der Gast erhält sein Geld zurück. Oder es werden alternative Reisezeiträume angeboten oder Gutscheine für den Wert des Aufenthalts ausgestellt.

Alljenige, die Hotelzimmer oder Ferienhäuser und Ferienwohnungen nach dem 17. Mai gebucht haben, sollten unbedingt abwarten und noch nicht mit dem Gedanken spielen zu stornieren, wenn sie keinen persönlichen Grund haben. Derzeit warten die meisten Gastgeber die Verordnung ab, welche am 7. Mai mittlerweile erst am 16. Mai bekannt gegeben werden soll. Aber laut der Pressekonferenz von Ministerpräsidenten Daniel Günther wird die Zugangsbeschränkung für Sylt ab den 18. Mai aufgehoben. Details für den Kreis Nordfriesland und die nordfriesischen Inseln sind noch nicht bekannt.

Urlaub mit den Augen – wenn die Sehnsucht nach Sylt zu groß wird

Für alle, die gerade aufgrund der derzeitigen Corona Krise nicht auf Sylt sein können, abreisen mussten aber trotzdem oder gerade deswegen große Sehnsucht nach ihrer Lieblingsinsel haben, den habe ich hier eine Auswahl meiner liebsten Syltfotos zusammengestellt.

Ich weiß, digital zu verreisen ist ein schwacher Trost, anstatt selbst den Nordseewind in den Haaren zu spüren, die Möwen kreischen zu hören und die ersten warmen Sonnenstrahlen im Lieblingsrestaurant mit Meerblick zu genießen. Bleibt bitte optimistisch. Sylt und die Sylter vermissen euch und können es kaum erwarten, damit endlich wieder Normalität einkehrt.

Sylter Lesetipp

In den vergangenen Tagen bin ich über eine Sylter Autorin gestolpert, die ebenfalls den Lockdown der Insel dokumentiert und vielen Einheimischen aus der Seele schreibt. Mit ihrem virtuellen Tagebuch auf Facebook trifft sie den Nerv der Insel. Ihr Roman über ihre Sylter Kindheit ist in Zeiten der Coronakrise auf dem Buchmarkt erschienen. Lesenswert!

Strandkörbe in Westerland

Strandkörbe in Westerland

Rapsblüte in Keitum. Hoffentlich ist bis dahin der Coronavirus auf Sylt und auf der Welt überstanden.

Rapsblüte in Keitum. Hoffentlich ist bis dahin der Coronavirus auf Sylt und auf der Welt überstanden.

Leuchtturm am Ellenbogen in List auf Sylt

Leuchtturm am Ellenbogen in List auf Sylt

Strand in Rantum

Strand in Rantum

Am Watt in Munkmarsch

Am Watt in Munkmarsch

Sonnenuntergang Sylt

Sonnenuntergang Sylt

Sylt ohne Coronavisrus

Wer noch mehr Lust auf Deutschlands nördlichster Insel hat, findet hier alle meine Inselartikel, garantiert frei von Viren.

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