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Safari Geheimtipp: Samburu und Buffalo Springs Nationalreservat

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Samburu und Buffalo Springs schlummern im Norden von Kenia mit weiteren Reservaten, die selten zur ersten Adresse für eine Safari  genannt werden. Dabei lassen sich hier Tiere beobachten, welche in den bekannteren Nationalparks des Landes nicht vorkommen.

Samburu und Buffalo Springs National Reservat

Samburu-Nationalreservat

Das 165 km² große Naturschutzgebiet befindet sich im trockenen Norden von Kenia. Die Hauptstadt Nairobi ist ca. 350 km entfernt. Es liegt im Samburu County am Ewaso Nyiro-Fluss und grenzt an das Buffalo-Springs-Nationalreservat. Zusammen bilden sie eine Einheit.

Nur wenige Kilometer östlich liegt das Shaba-Nationalreservat. Es gehört zum gleichen ökologischen Gebiet. Trockenheit ist charakteristisch für diese Region. Der Jahresniederschlag liegt bei unter 400 mm. Offene Grasflächen und trockenes Buschland bezeichnet die typischen Vegetationsformen. Außer das Ufer des Ewaso Nyiro, er ist gesäumt von einem schmalen Galeriewald, wo sich gern Elefanten aufhalten. Das Volk der Samburu lebt mit seinen Viehherden an den Rändern des gleichnamigen Reservats.

Netzgiraffe in Samburu

Netzgiraffe in Samburu

ein Traum von einem Sonnenuntergang

ein Traum von einem Sonnenuntergang

Buffalo-Springs-Nationalreservat

Das Reservat ist 131 km² groß und liegt in der Nähe der Stadt Isiolo mit dem gleichnamigen County. Der Mount Kenya ist 85 km nördlich gelegen. Nairobi ist ca. 112 km entfernt. Das Buffalo-Springs-Nationalreservat ist nach einer Oase mit kristallklarem Wasser benannt. Die Oase befindet sich westlich im Reservat.

Die Buffalo Springs halten ständig Wasser für die Wildtiere und für die Stadt Archers Post. Der Ewaso Nyiro Fluss fließt durch das Reservat. Vor 1970 führte der Fluss ganzjährig Wasser. Nun trocknet er gelegentlich aus, aufgrund von landwirtschaftlichen Zwecken stromaufwärts.

Elefanten am Ewaso Nyiro Fluss

Elefanten am Ewaso Nyiro Fluss

Der Mond geht über Buffalo Springs auf

Der Mond geht über Buffalo Springs auf

Tierwelt in Samburu und Buffalo Springs

In diesen trockenen Lebensräumen gibt es erstaunlicherweise sehr viel Leben, das sich perfekt angepasst hat. So halten sich hier Oryxantilopen, Gerenuks, Grantgazellen, zwei Dikdikarten und Grevy Zebras auf.

Charakteristisch für die Region sind die Netzgiraffen, die sich durch ihre besonders kontrastreiche Färbung von den anderen in Kenia lebenen Giraffen-Unterarten unterscheiden. Auch Raubtiere, wie Löwen, Leoparden, Geparden und Streifenhyänen nennen Samburu und Buffalo Springs ihren Lebensraum. Sogar Afrikanische Wildhunde können mit etwas Glück hier beobachtet werden.

Einige Bewohner möchte ich gern etwas genauer vorstellen.

Netzgiraffe

Die Netzgiraffe kommt in Kenia nördlich des Tana Flusses vor und gilt bei vielen als die schönste der drei auftretenen Unterarten in Kenia. Die dunkelroten Flecken der Netzgiraffe ähneln Vierecken, welche von schmalen weißen Bändern umrandet werden. Ihr Muster erinnert tatsächlich an ein großes Netz. Im Vergleich sind die Flecken der Massaigiraffe viel kleiner und annähernd sternförmig. Hier findest du den direkten Vergleich.

Im Lake Nakuru Nationalpark lebt die dritte Unterart, welche in Kenia vorkommt. Insgesamt gibt es neun Giraffen-Unterarten in Afrika. In meinen Augen ähnelt die Fellfärbung der Rothschildgiraffe mehr der von der Netzgiraffe.

Netzgiraffen in Samburu

Netzgiraffen in Samburu

eine junge Netzgiraffe

eine junge Netzgiraffe

ein alter Netzgiraffenbulle

ein alter Netzgiraffenbulle

Giraffengazelle

Die Giraffengazelle wird auch Gerenuks genannt. Die Bezeichnung Gerenuk ist eine nicht exakte Übertragung des Somali-Namens garanug. Tatsächlich ist bis heute sehr wenig über die Lebensweise dieser Gazelle bekannt. Trotz ihres ungewöhnlich langen Halses, ist eine ihrer Besonderheiten sich während des Äsens auf die Hinterbeine zu stellen, um an Blätter zu gelangen.

Auf meiner ersten Safari im Tsavo Ost konnte ich diese Gazelle bereits beobachten. Faszinierenderweise trinkt die Giraffengazelle noch nicht einmal dann, wenn sich ein Wasserloch in der Nähe befindet. Der Flüssigkeitsbedarf wird allein durch die Nahrung gedeckt.

Gerenuk bei der Straßenüberquerung

Gerenuk bei der Straßenüberquerung

Grevy Zebra

Das Grevy Zebra kommt ebenfalls in den trockenen Gebieten von Kenia sowie in Äthiopien vor. Aufgrund von Bejagung und Verlust des Lebensraums ist es stark vom Aussterben bedroht.

In Kenia kommen zwei Arten von Zebras vor. Im Vergleich zum Steppenzebra ist es größer und schwerer. Das Grevy Zebra ist einzelgängerisch und gegenüber der anderen Zebraformen weist es das dichtetste Streifenmuster auf. Seinen Namen hat es nach dem ehemaligen französischen Präsidenten Jules Grévy. In den 1880er Jahren ist ihm ein Tier vom Kaiser Abessiniens geschenkt worden.

Grevy Zebrahengst in Samburu

Grevy Zebrahengst in Samburu

staubige Nadelstreifen

staubige Nadelstreifen

Grevy Zebra

Grevy Zebra

Raubkatzen

Löwen, Leoparden, Geparden – sie alle leben in beiden Reservaten. Es ist allerdings kein leichtes Unterfangen sie auf den ersten Blick ausfindig zu machen. Zu gut sind sie an ihre Umgebung angepasst. Mit etwas Geduld und Glück, lassen sie sich aber aber dennoch im hohen Gras erblicken.

Gepardin mit Jungtier in Samburu

Gepardin mit Jungtier in Samburu

hungrige Löwin in Buffalo Springs

hungrige Löwin in Buffalo Springs

Vogelwelt

Wenn es mit der Sichtung der Raubkatzen nicht sofort klappt, die 450 Vogelarten in Samburu und Buffalo Springs sorgen für genau die richtige Abwechslung auf einer Pirschfahrt. Oft lassen sich hier sehr interessante Beobachtungen machen, wie etwa Balzverhalten oder sogar Jagd auf Beute.

Auch deuten Vögel, wie zum Beispiel Geier auf erlegte Beute von Raubtieren hin. In der Regel warten die Geier auf ihre Chance, wenn die Raubtiere, wie zum Beispiel Löwen satt sind.

Geier in Buffalo Springs

Geier in Buffalo Springs

Kampfadler

Kampfadler

Riesentrappe

Riesentrappe

männlicher Somalistrauß

männlicher Somalistrauß

einer der fünf Eisvogel-Unterarten

einer der fünf Eisvogel-Unterarten

Strohwitwe

Strohwitwe

Weitere Bewohner in Samburu und Buffalo Springs

Das trockene Buschland ist auch Heimat von verschiedensten Antilopen- und Gazellenarten sowie streifen Elefantenherden am Ufer des Flusses entlang. So lässt sich hier auch eine der kleinsten Antilopen beobachten.

Das Dik-Dik ist kaum größer als ein Hase. Ähnlich wie das Gerenuk benötigt es kein Trinkwasser, sondern nimmt seine benötigte Flüssigkeit über die Nahrung auf. Dik-Diks sind treu und leben ein Leben lang als Paar beziehungsweise in kleinen Familiengruppen zusammen. Die scheuen Graslandbewohner benötigen immer ein paar Büsche in ihrem kleinen Territorium, um sich vor den zahlreichen Feinden zu verstecken. Es heißt, wenn eines stirbt, wird der andere Partner ihm bald folgen.

männliches Dikdik

männliches Dikdik

Oryxantilope

Oryxantilope

Impalas im Akazienwald

Impalas im Akazienwald

Elefanten am Ufer des Ewaso Nyiro

Elefanten am Ufer des Ewaso Nyiro

Elefantenherde im Morgenlicht

Elefantenherde im Morgenlicht

Zu Besuch bei den Samburu

Eine Pirschfahrt im Samburu Reservat lässt sich auch sehr gut mit einem Besuch des gleichnamigen Stammes kombinieren. Am besten bietet sich ein Besuch nach der Morgenpirschfahrt an. In der Regel organisiert dein Fahrerguide ein Treffen. Gegen einen „Eintritt“, der sich je nach der Besucherzahl orientiert, zeigen die stolzen Samburu ihre Art zu leben. Früher ein Nomadenvolk, heute teilweise sesshaft, halten sie Vieh, wie Schafe, Ziegen oder Rinder.

Die Samburu leben polygam, was bedeutet, dass ein Mann mit mehreren Frauen verheiratet ist. Jede Frau hat ihre eigene Hütte.  Anhand der Haare lässt sich erkennen, ob ein Samburu verheiratet oder unverheiratet ist. Bis zur Heirat sind die Haare der Männer oft geflochten, danach werden die Haare kurz geschoren. Die Frauen tragen bunten Perlenschmuck, der oft mehrere Kilogramm schwer sein kann. Sie bekommen ihn von den Männern geschenkt.

Maa – die Sprache der Samburu

Wie ihre nahen Verwandten die Maasai sprechen die Samburu Maa untereinander. Hier sind einige Wildtiernamen auf Maa:

  • Gnu – Oingat
  • Zebra – Oloitiko
  • Büffel – Olorro
  • Löwe – Arng ´atuni
  • Flusspferd – Armakau
  • Giraffe – Ormeut
zu Besuch bei den Samburus

zu Besuch bei den Samburus

Willkommenstanz der Samburu

Willkommenstanz der Samburu

Meine Unterkunftsempfehlung

Bei meinem Besuch in Samburu und Buffalo Springs wohnte ich im Ashnil Samburu Camp. Das eingezäunte Camp entlang des Ewaso Nyiro verfügt über 30 Luxuszelte in drei Kategorien, welche im Schatten der Palmen stehen. Von der eigenen Zeltveranda lassen sich vor allem Elefanten beobachten. Sie kommen sehr nah an den Zaun heran.

Zelt im Ashnil Samburu Camp

Zelt im Ashnil Samburu Camp

vom Bett aus Elefanten beobachten

vom Bett aus Elefanten beobachten

Ashnil Samburu Camp

Ashnil Samburu Camp

Ein ganz besonderes Highlight

Wer von Nairobi aus nach Norden in Richtung Samburu oder Buffalo Springs fährt, überquert automatisch den Äquator. Es kann passieren, dass es ganz unbemerkt passiert. Auf der A2 im Ort Nanyuki befindet sich eine Markierung. In der Regel stehen am Straßenrand Händler neben dem großen gelben Schild und die dazu gehörigen Souvenirläden locken ebenfalls die Touristen an.

Der Äquator-Test

Es soll ja heißen, dass das Wasser auf der Nordhalbkugel in eine andere Richtung, zum Beispiel in der Toilette abläuft, als auf der Südhalbkugel. Genau diesen Test führt ein (selbsternannter) Professor am Schild vor. Er nimmt eine runde Plastikschüssel, die unten in der Mitte ein kleines Loch hat. Er füllt sie mit Wasser und ein Streichholz wird auf die Wasseroberfläche gelegt. Gespannt schaut man, in welche Richtung das Wasser beim Abfließen abläuft – im oder gegen den Uhrzeigersinn. Der Test wird 30 Meter nördlich und 30 Meter südlich vom Äquator-Schild durchgeführt und funktioniert!!! Zum Schluß wird der Test ein drittes Mal direkt am Äquatorschild gemacht, wo das Streichholz ruhig auf dem Wasser liegt und das Wasser ohne sich zu drehen abfließt. Verblüffend, oder!??

Zur feierlichen Überquerung des Äquators gibt es beim Professor eine Urkunde zu kaufen, wo du deinen Namen eintragen kannst. Ich musste so eine natürlich haben.

Äquatorüberquerung in Kenia

Äquatorüberquerung in Kenia

 

 

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