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Meine erste Safari – Teil 1: Tsavo Ost und Tsavo West

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Auf diesen Augenblick habe ich schon so lange und wirklich sehnsüchtig gewartet. Monatelang recherchierte ich, welche Safari für einen Kenia-Neuling, wie mich (das war 2012) am idealsten ist.

Folgende Punkte sind mir wichtig:

  • unterschiedliche National Parks und Regionen kennen lernen
  • verschiedene Unterkünfte wie Camps und Lodges ausprobieren
  • abwechslungsreiche Tages-Aktivitäten
  • die kleinstmögliche Reisegruppe im Geländewagen, um den Lagerkoller vorzubeugen

Meine Wahl ist: Tsavo Ost-Tsavo West-Amboseli National Park-Lake Naivasha-Maasai Mara

Nun endlich soll es tatsächlich losgehen. Ich bin um 5 Uhr morgens aufgestanden und habe auch schon die erste Tasse Kenia-Hochland-Tee getrunken. Voller Erwartung stehe ich an der Hotel-Lobby in meinem Hotel in Diani Beach und warte auf einen hellgrünen Geländewagen. Pünktlich biegt er um die Ecke. Schnell wird das wenige Gepäck verstaut, wir begrüßen uns und schon sitze ich im Land Cruiser und die noch kühle Morgenluft weht durchs offene Fenster. Twende safari!

Tsavo Ost

Von der Südküste in den Tsavo Ost ist wirklich nicht weit. Die Straße, die auch nach Nairobi führt, ist gut befahrbar und unterwegs gibt´s mehre Möglichkeiten für einen kleinen Stopp in den sogenannten Curio Shops. Von einer Tasse Tee oder Kaffee bis zur 2m hohen Holzgiraffe gibt es hier alles. Ganz wichtig bei einem Besuch im Curio Shop – gutes Verhandlungsgeschick!

Gate Tsavo Ost

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Gate Tsavo Ost

Gegen Mittag kommt der Tsavo Ost schon in Sicht. Die Erde ist hier wirklich so rot, wie ich es überall gelesen hatte. Es geht durchs Gate und jetzt heißt es Augen aufhalten! Bereits auf der Fahrt zur Lodge sehe ich schon viele Tiere: Strauße, Zebras, Gazellen und Warzenschweine stehen in der flimmernden Mittagssonne.

Warzenschweine am Wasserloch

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Warzenschweine am Wasserloch

Pünktlich zum Mittagessen ist die Lodge  erreicht. Sie ist umzäunt und von den Zimmern habe ich einen schönen Blick auf die Wasserlöcher. Auf dem Gelände mache ich die ersten Vogelbeobachtungen. Webervögel füttern ihre Jungen und Bienenfresser sitzen im kühlen Blätterdach. Generell wuselt und flitzt es überall, bunte Agamen laufen mir fast über die Füße.
Von der kleinen Zimmer-Terrasse beobachte ich, wie sich Büffel und Elefantenherden an den Wasserlöchern begegnen.

Lodge Pool mit Aussicht auf Zebras

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Lodge Pool mit Aussicht auf Zebras

Ashnil Aruba Lodge

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Ashnil Aruba Lodge

mein Ausblick vom Zimmer

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: mein Ausblick vom Zimmer

Bienenfresser

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Bienenfresser

Agamen, wie diese, sind im Tsavo heimisch

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Agamen, wie diese, sind im Tsavo heimisch

rote Elefanten

Um 16 Uhr geht es auf die erste Abendpirsch. Die Sonne steht nun tiefer und das Licht flimmert nicht mehr so. Ich bin so gespannt, was ich alles sehen werde.
Große rote Elefantenherden ziehen vorbei. Die Elefanten von Tsavo sind Menschen gegenüber eher skeptisch; haben sie in der Vergangenheit doch viele Familienmitglieder durch Menschenhand verloren. „Vergleiche das Verhalten der Elefanten im Tsavo mit dem Verhalten der Elefanten im Amboseli.“ rät mir Justin, der Fahrerguide.

Tsavo Elefanten

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Tsavo Elefanten

Elefantenherde mit Jungtieren

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Elefantenherde mit Jungtieren

aufmerksamer Elefant

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: aufmerksamer Elefant

Eine ganz besondere Antilope bekomme ich mit der Giraffenantilope, auch Gerenuk genannt, zu Gesicht. Sie ist wirklich ein Überlebenskünstler in sehr trockenen Regionen.

die Giraffenantilope

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: die Giraffenantilope

Gegen 18:30 Uhr geht die Sonne unter und es geht zurück zur Lodge.
Auch nachdem die Sonne unter gegangen ist, bleibt es warm. Gegen die doch hartnäckigen Mücken hilft nur lange Kleidung und gutes Anti-Mücken-Spray. Aber es ist so schön draußen zu sitzen. Die Wasserlöcher sind angeleuchtet und die Elefanten sind nun in großer Vielzahl vor Ort und stillen ihren Durst. Ich mag das tiefe Brummen der Elefanten, mit dem sie sich untereinander verständigen.

Nach dem ausgezeichneten Abendessen, dass gut auf die europäischen Besucher abgestimmt ist, werde ich auch nicht mehr alt und falle ins Bett. An richtigen Schlaf ist nicht zu denken, zu ungewöhnlich und laut sind die nächtlichen Geräusche, die ich noch nicht zuordnen kann.

Auf Pirschfahrt am Morgen

Zur Morgenpirsch um 6 Uhr nieselt es leicht. Um diese Uhrzeit sind die Tiere am aktivsten. Und tatsächlich, wie aus dem Nichts tauchten plötzlich 6 Löwinnen auf und überqueren die Straße direkt vor dem Wagen. Ich bin fasziniert, wie gleichgültig sie am Auto vorbei ziehen und genau so schnell wie sie auftauchen, auch wieder im tiefen Dickicht verschwinden. Sie scheinen auf der Jagd zu sein, laufen sie in die Richtung, wo sich eine große Herde Büffel aufhielt.

 Büffelherde

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Büffelherde

Löwinnen im Morgengrauen

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Löwinnen im Morgengrauen

Justin, der Fahrerguide weiß genau welchen Weg er nun nehmen muss, um an den Löwen dran zu bleiben. Kurze Zeit später kommen die Löwinnen in Sicht. Sie liegen im hohen Gras verteilt und machen jetzt nicht wirklich den Anschein auf eine Büffeljagd.

Wie viele Löwen seht Ihr?

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Wie viele Löwen seht Ihr?

Die Reise geht weiter, raus aus Tsavo Ost und weiter nach Tsavo West.

Man-eaters

Auf den Weg in den Tsavo West gibt es einen Halt, worüber sich auch Kinofreunde freuen. An der berühmten Brücke über den Tsavo Fluss erzählt Justin, wie bei der Erbauung der Eisenbahnbrücke, die den Tsavo in Ost und West teilt, hunderte Menschen ihren Tod durch die „Man-eaters“ fanden. Der Hollywoodfilm „Der Geist und die Dunkelheit“ erzählt sehr „hollywood-like“ wie Colonel Patterson die menschenfressenden Löwen erlegt.

Eisenbahnbrücke über den Tsavo

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Eisenbahnbrücke über den Tsavo

Tsavo West

Die Fahrt zum Gate von Tsavo West dauert nicht sehr lang. Trotzdem hat sich die Vegetation verändert. Die Erde ist noch so schön rot aber das Gelände ist buschiger und felsiger geworden. Die Fahrt zum Camp geht über trockene Sandpisten. Kaum ein anderes Fahrzeug kommt uns entgegen. Über steinige und felsige Wege geht es immer weiter in den Tsavo rein.

Tsavo West

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Tsavo West

Tsavo West

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Tsavo West

Baobab Straße durch Tsavo West

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Baobab Straße durch Tsavo West

Unterwegs kann ich bereits wieder viele Tiere zwischen den dornigen Büschen und Bäumen entdecken. Giraffen haben es mir ja besonders angetan. Vor allem die Jungtiere haben oft eine so lustige „Frisur“ und ich liebe ihren Gesichtsausdruck.

Oryx Antilope

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Oryx Antilope

neugierige Giraffe

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: neugierige Giraffe

 junge Giraffe im Tsavo West

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: junge Giraffe im Tsavo West

Wieder pünktlich zum Mittagessen fährt der Geländewagen heute in das Severin Safari Camp. Dieses Camp ist wirklich ein afrikanischer Traum. Die Camp-Chefin Manja begrüßt mich und erklärt den Aufbau des Camps. Im Hauptcamp werden die Gäste kulinarisch auf höchstem Niveau versorgt, es gibt ein Lagerfeuer und eine Bar für den Sundowner mit Blick auf den Kilimanjaro.

Severin Safari Camp

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Severin Safari Camp

Hauptzelt

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Hauptzelt

Feuerstelle und Gästezelte

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Feuerstelle und Gästezelte

WiFi im Busch? Kein Problem!

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: WiFi im Busch? Kein Problem!

"Zelten" nach meinem Geschmack

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: „Zelten“ nach meinem Geschmack

2-Personen Zelt im Severin Safari Camp

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: 2-Personen Zelt im Severin Safari Camp

Das besondere und abenteuerliche ist: es gibt keine Umzäunung! Die Tiere können sich durchs Camp frei bewegen. Die wenigen Zelte liegen gut verteilt und sind sehr komfortabel ausgestattet. Von der kleinen Zeltterrasse ist sogar der Kilmanjaro zu sehen.

 Blick auf den Kilimanjaro

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Blick auf den Kilimanjaro

Für die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang dürfen sich die Gäste nicht allein vom Zelt zum Hauptzelt bewegen, sondern müssen einen Maasai über eine bestimmte Klingel am Zelt benachrichtigen. Er begleitet einen dann von Zelt zu Zelt. Das ist ganz schön aufregend und ich bin schon irre gespannt auf heute Abend.
Nachdem exzellentem Mittagessen entdeckte ich eine Warzenschweinfamilie, die sich ihren Weg durchs Camp sucht.

Pumba (Swahili für Warzenschwein) im Camp

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Pumba (Swahili für Warzenschwein) im Camp

Selfie mit Pumba

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Selfie mit Pumba

Vor der Abendpirsch gibt es einen Stopp an der nahe gelegenen Quelle „Mizma Springs“. Diese paradiesisch gelegene Quelle wird vom Kilimanjaro gespeist und versorgt Mombasa mit Trinkwasser.
Auf dem Weg zur Quelle sehe ich Riesenmeerschweinchen auf Felsbrocken sitzen, die ich ja auch sofort in mein Herz schließe. Kaum zu glauben, dass die Klippspringer mit Elefanten verwandt sind. Hättet Ihr das geahnt?

Mizma Springs

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Mizma Springs

Krokodil in der Wasserquelle

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Krokodil in der Wasserquelle

Klippschliefer

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de Klippschliefer

Im Abendlicht geht es auf Leopardensuche. Aber das ist einfacher gesagt als gefunden. Diese elegante Raubkatze ist ein Meister der Tarnung. Dafür waren Zebras, Büffel und verschiedene Antilopenarten tolle Fotomotive.

Zebras im Abendlicht

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Zebras im Abendlicht

Zum Sonnenuntergang hält der Geländewagen im Camp. Nach einer erfrischenden Dusche geht´s zum Abendessen. Es ist längst dunkel draußen und ich betätige den Schalter. Wenige Augenblicke später kommt ein Maasai und geleitet mich mit einer Taschenlampe zum Hauptzelt.

 immer gut gelauntes Camp staff

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: immer gut gelauntes Camp staff

Die überwiegend deutschen Gäste tauschen sich ausgelassen bei Gin Tonic und „Tusker“ Bier über ihre Safari-Erlebnisse mit den Maasai aus. Natürlich ist eine der ersten Fragen, die Frage ob man schon die „Big 5“ gesehen hat. Ich halte kurz Bilanz: Büffel, Elefant und Löwe. Kein schlechter Schnitt für die ersten Safaritage. Der Leopard und das Nashorn sind bestimmt kniffliger ausfindig zu machen. Aber es gibt ja noch so viele andere Tiere zu entdecken.
Beim Abendessen auf Wasserböcke, Flußpferde und Imalas schauen, die durch die Lichtkegel der Strahler ziehen und dazu das Zirpen der Zikaden. Habe ich mich hier in diesem Augenblick in Kenia verliebt? Dieses absolute Zufriedenheits- und Glückseligkeitsgefühl zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen und so langsam verstehe ich „Hakuna matata“.

nach Einbruch der Dunkelheit geht es nur in Begleitung vor´s Zelt

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: nach Einbruch der Dunkelheit geht es nur in Begleitung vor´s Zelt

Bevor der Generator und somit der Strom um 23 Uhr abgeschaltet werden, werde ich wieder sicher zu meinen Zelt gebracht. Im Bett unter dem Moskitonetz kann ich bestimmt herrlich träumen. Um Punkt 23 Uhr geht der Generator und somit auch die Strahler und alle weiteren Lichtquellen aus. In diesem Moment scheint da draußen der Lauf ums nackte Überleben zu beginnen. Ich höre galoppierende Hufe und sitze Kerzengerade im Bett! Stehen Antilopen vor meinem Bett? Überall raschelt und wuselt es. Die Neugierde ist natürlich stärker als die Angst. Ich muss durch das Zeltfenster gucken. Vorsichtig die Verdunkelung zur Seite schieben und direkt vor mir – ein Zebra! Wenn ich die Hand durch das Stoffnetz stecken könnte, hätte ich es berühren können, so nah ist es. Jetzt muss ich jeden Fensterschlitz begutachten. Überall sind Zebras und Impalas. Sie haben sich zwischen den ganzen Zelten aufgeteilt, um im Schutz des Camps die Nacht zu verbringen. Werde ich hier auch ein Auge zu bekommen?

Der Morgen danach

Ich habe wirklich geschlafen. Sehr gut sogar. Die trippelden Geräusche vor dem Zelt wecken mich vor dem Wecker klingeln. Die Zebras und Impalas suchen sich ihren Weg aus dem sicheren Nachtlager. Ich trete vor das Zelt und sehe überall frische Hufspuren und nur wenige Meter von mir entfernt grasen die Antilopen friedlich. Vorsichtig gehe ich durch das kurze Gras in ihre Richtung. Sie lassen sich von meinen langsamen Bewegungen nicht stören. Ich mach ein paar Fotos und freu mich über dieses tolle Erlebnis.

 Impalas vor meinem Zelt

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Impalas vor meinem Zelt

Bis hier und nicht weiter!

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Bis hier und nicht weiter!

Zum Frühstück im Hauptzelt werde ich schon erwartet. Die Nashornvögel sitzen in den dornigen Büschen. Der ein oder andere Mutige, pirscht sich an meinen Tisch heran, in der Hoffnung etwas Obst zu ergattern.

Frühstück mit Nashornvogel

© Anne-Katrin Gerner – GoOnTravel.de: Frühstück mit Nashornvogel

Mein Fazit nach den ersten zwei Nächten Safari: Ich bin total hin und weg! Wilde Tiere in freier Wildbahn in einer so vielfältigen Landschaft zu beobachten, die Unterbringung in einer Lodge und in einem nicht eingezäuntem Camp und dazu all die nächtlichen Geräusche und die erste Nacht in einem Safari Zelt schlafen. Das sind wirklich prägende Ereignisse.

Und schon sitze ich wieder im Geländewagen und die nächste Etappe meiner ersten Safari steht an: der Amboseli National Park

2 Comments

  • Jens sagt:

    Schöner Bericht! Tsavo haben wir auf unseren beiden Safaris 2011 und 2014 noch nicht geschafft, dafür aber in vielen anderen Teilen unvergessliche Erlebnisse gehabt.

    • Anne-Katrin Anne-Katrin sagt:

      Moin Jens,

      vielen Dank für Deinen Beitrag. Die Tsavo NP sind ein gutes Ausflugsziel, wenn Ihr an der Küste oder in Nairobi seid. Vielleicht gibt es ja bei Euch auch noch eine dritte Reise in die Richtung. Seit 2012 habe ich Kenia jedes Jahr bereist und dabei viele neue Regionen kennen gelernt. Die nächste Keniareise ist bei uns auch schon gebucht und bald wird es los gehen!

      Viele Grüße,
      Anne

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