Aktualisiert am 21.12.2020

Wie schaut der Herbst in Zürich aus? Wird es bereits Schnee geben? Und ist es kalt? Oder ist es ganz anders? So habe ich die bunte Jahreszeit in der größten Stadt der Schweiz erlebt!

Das Wetter meint es gut mit mir, als ich aus dem Zürcher Hauptbahnhof bei blauem Himmel und Sonnenschein bei locker 20°C an das glitzernde Ufer der Limmat trete. Damit habe ich im Oktober nicht mehr gerechnet. Später lerne ich, dass ich das gute Wetter dem sogenannten Alpenföhn zu verdanken habe. Dass dieser nicht nur guten Seiten hat, werde ich auch noch zu spüren bekommen.

Zürich zu Fuß

Am liebsten erkunde ich Städte zu Fuß und bei so einem Traumwetter macht es gleich doppelt soviel Freude. Bei einem Spaziergang bekomme ich einen ersten Eindruck und kann mich einfach durch die Straßen und Gassen treiben lassen und die Atmosphäre des Ortes hautnah erleben. Eine Stadt wie Zürich bietet sich an, zu Fuß erobert zu werden. Von meiner Wahl-Zürcher Freundin bekomme ich den Tipp, mich an die Limmat zu orientieren. Der Fluss ist der Hauptzufluss des Zürichsees.

Zürich im Herbst

Zürich im Herbst

Entlang des Limmat Flusses

An meinem ersten Tag entscheide ich mich für die rechte Seite des Ufers und schlendere von der Bahnhofbrücke durch bunt gefärbte Ahornblätter auf dem Limmatquai. Ich bin von den Gebäuden entlang der Uferpromenade begeistert. Es fühlt sich überhaupt nicht wie Großstadt an. Vor allem das historische Quartier Schipfe fällt mir sofort ins Auge. Die Schipfe liegt zwischen der Strehlgasse (Rathausbrücke) und der Oetenbachgasse (Rudolf-Brun-Brücke) entlang des linken Limmatufers. Es ist kein eigenständiger Stadtteil, doch gehört dieser Teil der Stadt zum ältesten und dauerhaft besiedelten Gebiet von Zürich.

Schipfe am linken Limmatufer

Schipfe am linken Limmatufer

Das Stadtbild entlang der Limmat wird durch verschiedene Kirchturmspitzen geprägt. In Höhe der Rathausbrücke lugt die Turmspitze der St. Peter-Kirche über den Weinplatz hervor. Nur wenige Meter weiter ist auch schon der Turm des Fraumünsters zu erkennen.

Rathausbrücke mit St.Peter-Kirche und Fraumünster

Rathausbrücke mit St.Peter-Kirche und Fraumünster

Rathausbrücke im späten Nachmittagslicht

Rathausbrücke im späten Nachmittagslicht

Die Rathausbrücke wird von den Zürchern auch Gemüsebrücke genannt, aufgrund des damaligen stattfindenden Gemüsemarkts. Jetzt verbindet die Brücke die Altstadt miteinander. Aber ich bleibe noch auf der rechten Uferseite und biege in eine der schmalen Gassen links ab.

Die Altstadt – das Niederdorf

Ich befinde mich nun im Niederdorf. Die einstige Heimat von Handwerkern und Künstlern ist mittlerweile eine der lebendigsten Quartiere von Zürich. In den mittelalterlichen Gassen entdecke ich viele kleine Geschäfte. Bars und Kneipen reihen sich aneinander und in Cafés und Restaurants wird draußen in der Herbstsonne gesessen.

Unterwegs im Niederdorf

Unterwegs im Niederdorf

das Niederdorf ist nicht nur bei Touristen beliebt

Das Niederdorf ist nicht nur bei Touristen beliebt

Obwohl das Niederdorf eine Zürcher Attraktion ist, kann ich gemütlich und ohne drängelnde Passanten durch die Gassen schlendern, in aller Ruhe fotografieren sowie an den Schaufenstern vorbei bummeln.

Renaissancebrunnen in der Stüssihofstatt

Renaissancebrunnen in der Stüssihofstatt

Während ich den Renaissancebrunnen in der Stüssihofstatt fotografiere, bemerke ich, wie zwischendurch immer mal wieder einer am Brunnen anhält, um seinen Durst zu löschen. Ich erfahre, dass es in Zürich ganze 1200 Brunnen gibt und aus allen kann man unbesorgt trinken.

Stüssihofstatt

Stüssihofstatt

wunderschöne architektonische Details in den "Dörfli" Gassen

Wunderschöne architektonische Details in den „Dörfli“ Gassen

Das „Dörfli“ , wie das Niederdorf auch liebevoll genannt wird, hat definitiv seinen ganz eigenen Charme mit den vielen schmalen Gassen und alten Fachwerkhäusern aber auch viele Gesichter. Vor mir ragt plötzlich das Wahrzeichen der Stadt gen Himmel. Ich stehe auf dem Zwingliplatz und schaue auf das Zentrum der Reformation – das Grossmünster.

Grossmünster und Fraumünster in Zürich

Das Grossmünster mit seinen Doppeltürmen prägt neben dem Fraumünster, welches so ziemlich genau auf der anderen Uferseite liegt, das Stadtbild. Leider bin ich außerhalb der Öffnungszeiten vor Ort. Zu gern hätte ich den Aufstieg über die knapp 200 Stufen im Karlsturm des Grossmünsters erklommen. Vom Südturm soll man den besten Ausblick auf die Stadt, den See und die Glarner Alpen haben.

Das Grossmünster in der Herbstsonne

Das Grossmünster in der Herbstsonne

[message_box title=“Tipp: “ text=“Wer sich den Ausblick über Zürich nicht entgehen lassen will, der merkt sich folgende Öffnungszeiten: März bis Oktober Montag bis Samstag 10-17 Uhr Sonntag 12.30-17.30 Uhr, November bis Februar Montag bis Samstag 10-16.30 Uhr und Sonntag 12.30-16.30 Uhr. Der letzte Aufstieg ist 15 Minuten vor der Turm-Schließung. Der Eintritt beträgt 5,00 CHF (ca. 4,30 €) für Erwachsenen.“]

Das Grossmünster und die Münsterbrücke

Das Grossmünster und die Münsterbrücke

Das Fraumünster (li.) und St. Peter-Kirche (re.)

Das Fraumünster (li.) und St. Peter-Kirche (re.)

Vor dem Grossmünster überquere ich die Münsterbrücke und kann von hier das Stadtpanorama genießen. Ich spaziere weiter auf den Münsterhof und schaue hoch zur Turmspitze des Fraumünster. Der romanisch-gotischen Kirchenbau mit Glasfenster von Marc Chagall und Augusto Giacometti lockt täglich viele Besucher an. Meine Aufmerksamkeit gilt vor allem das spitz geschwungene Dach des Kirchturms mit seinen goldenen Uhren und den Walfischähnlichen Wasserspeiern.

Kirchturm Fraumünster

Kirchturm Fraumünster

Fraumünster und Stadthaus

Fraumünster und Stadthaus

Der Stadthausquai führt mich am Ufer und am Frauenbad vorbei und kann ihn schon vom weiten vor mir sehen – den Zürichsee.

Am Zürichsee

Das Alpenpanorama spiegelt sich im blauen Wasser des Zürichsees, als ich von den Bürkliterrassen meinen Blick über die Wasseroberfläche wandern lasse. Von hier starten die Seerundfahrten. Aber ich habe heute noch keine Ambition nach einer Bootsfahrt, sondern erkunde das Seeufer lieber zu Fuß.

Bürkliterrassen mit Ganymed-Skulptur

Bürkliterrassen mit Ganymed-Skulptur

Ich laufe die Quaianlagen entlang. Hier zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Die buntgefärbten Blätter leuchten in der auffallend warmen Sonne. Viele Zürcher genießen hier ihre Freizeit beim Frisbee spielen oder einfach entspannt in der Sonne sitzen. Was mir besonders aufgefallen ist, dass offensichtlich Geschäftsmänner hier gern ein kleines Nickerchen auf den zahlreichen Bänken machen. Dazu ziehen sie ihre schwarzen Anzugschuhe aus und stellen sie ordentlich neben die Bank. Ich machen es ihnen gleich, denn durch den warmen Alpenföhn bekomme ich langsam und schleichende Kopfschmerzen und döse ein wenig in der Sonne. Das ist leider ein kleiner Nachteil des warmen Herbstwetters.

Eine Seerundfahrt auf dem Zürichsee

Ich entscheide mich für eine 1,5 stündige Rundfahrt nach Küsnacht und Thalwil. Im April bis Oktober legen die Schiffe alle 30 Minuten täglich von 11 bis 19.30 Uhr ab. Um den gesamten Zürichsee (auch Zürisee genannt) von 42 km abzufahren, muss die große Fahrt von 8 Stunden gebucht werden. Die Schiffe legen dafür um 8.30 Uhr am Bürkliplatz ab.

Seerundfahrt auf dem Zürichsee

Seerundfahrt auf dem Zürichsee

Auf der 1,5 stündigen Fahrt bin ich nicht an Land gegangen, aber es hätte sich natürlich die Möglichkeit ergeben. Ich wollte einen ersten Eindruck gewinnen und vor allem die Aussicht vom Wasser auf die Stadt und die nähere Umgebung genießen. Die Fahrt hat sich in meinen Augen sehr gelohnt. Die Fahrgastschiffe sind zu der Jahreszeit nicht sehr voll und es ist einfach ein Genuss über den See an all den hübschen kleinen Ortschaften entlang zu gleiten. Während der Fahrt erzählt der Kapitän allerhand rund um den Zürichsee.

Blick auf die Nordseite des Zürichsees

Blick auf die Nordseite des Zürichsees

Zürich vom Wasser aus

Zürich vom Wasser aus

Zürich vom Wasser aus

Zürich vom Wasser aus

So erfahre ich, dass das untere Nordufer des Sees von Zollikon bis nach Feldmeilen auch als die berühmte „Goldküste“ betitelt wird. Diese sonnenverwöhnte Region ist bekannt für ihre hohen Immobilienpreise und die dazugehörigen prächtigen Häuser und Villen.

die "Goldküste" vom Zürichsee

Die „Goldküste“ vom Zürichsee

Auf dem Zürichsee

Auf dem Zürichsee

Zürich im Herbst

Zürich im Herbst

Die bekannte Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli in Kilchberg liegt jedoch auf der Südseite vom Zürichsee.

Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli am Zürichsee

Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli am Zürichsee

die "Goldküste" vom Zürichsee

Die „Goldküste“ vom Zürichsee

Am Zürichseeufer

Am Zürichseeufer

Zwischen Bahnhofstrasse und Bärengasse

Nach meiner Seerundfahrt führt mich mein Weg entlang des Schanzengrabens. Hier befindet sich neben dem Botanischen Garten auch die älteste Badeanlage der Stadt. Das Männerbad ist seit 1864 in Betrieb.  Ich nutze den idyllischen Weg, um in die pulsierende Innenstadt rund um die Bärengasse und Bahnhofstrasse abzubiegen.

Am Schanzengraben

Am Schanzengraben

Hier befindet sich die Flaniermeile zum Shoppen und Geschäfte machen. Neben den gängigen Modemarken tauchen auch immer wieder viele kleine Privatbanken auf. Zum Geschäfte machen bin ich auch gekommen, allerdings möchte ich meine Schweizer Franken in köstliche Schweizer Schokolade tauschen.

Shoppen in Zürich

Shoppen in Zürich

Ein Besuch bei Sprüngli gehört für mich einfach dazu. Die köstliche Auswahl lässt es mir schwer fallen eine Entscheidung zu treffen. Ein kleiner Éclair auf die Hand und eine bunte Mischung der berühmten Luxemburgerli als Mitbringsel müssen es nach langer Überlegung für mich sein.

Die süßen Verführungen von Sprüngli

Die süßen Verführungen von Sprüngl

Platzspitz in Zürich

das Landesmuseum am Platzspitz

das Landesmuseum am Platzspitz

Die Parkanlage mit seiner bewegten Geschichte ist vom Zürcher Hauptbahnhof und dem Landesmuseum nicht weit. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden hier monatelang Schützenfeste gefeiert. Das sogenannte Knabenschiessen hat auf dem Platzspitz seinen Ursprung. Aus der barocken Parkanlage entwickelte sich in den Jahren ein Landschaftspark. Mit der Errichtung des Landesmuseums verlor der Park wieder an Bedeutung.

Ab 1986 wurde der Platzspitz unter dem Namen „Needle Park“ international bekannt. Die offene Drogenszene und das große Elend mitten in der reichen Schweiz, vermachte der Stadt Zürich einen zweifelhaften Ruf. 1992 wurde der Park geschlossen und das Gartenbauamt machte den Park innerhalb eines Jahres für die Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Im Platzspitz

Im Platzspitz

Heute ist es eine weitere herrliche Grünanlage in mitten der Stadt. Und ganz nebenbei laufen am Ende des Parks die Flüsse Limmat und Sihl zusammen.

wo sich Limmat und Sihl treffen

wo sich Limmat und Sihl treffen

Meine weiteren Zürich Tipps

In Städten wie Zürich sind die Lebenshaltungskosten enorm teuer. Eine große Hilfe war mir bei meinem Städtetrip die ZürichCARD. Allein schon die Fahrt vom Flughafen in die Stadt sowie alle weiteren Fahrten mit Bus, Bahn, Tram oder Seilbahn sind im Preis der ZürichCard enthalten. Meine Unterkunft lag etwas außerhalb des Stadtkerns. So bin ich täglich mit dem Tram (Die Schweizer sprechen von das Tram.) ins Zentrum gefahren und konnte auf diese Weise das Herz der Stadt erkunden. Auch meine Seerundfahrt war im Preis der ZürichCARD enthalten und nur ein Zuschlag von 5 CHF ( ca. 4,30 €) zu zahlen.

Selbst die Fahrt auf den beliebten Uetliberg ist mit der ZürichCARD kostenfrei und einen Besuch auf den Zürcher Hausberg kann ich im Herbst wärmstens empfehlen.

Die Kosten (Stand Dezember 2017) der ZürichCARD betragen für 24 Stunden: ab 16 Jahre 24 CHF ( ca. 20,50 €) Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren 16 CHF ( ca. 14,80 €) und für 72 Stunden: ab 16 Jahre 48 CHF ( ca. 41,30 €) Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren 32 CHF ( ca. 27,60 €).

Im Vergleich kostet eine Hin- und Rückfahrt vom Flughafen zum Hauptbahnhof 13,60 CHF ( ca. 11,70 €)

Anne am Zürichsee

Anne am Zürichsee

Hast du Zürich bereits im Herbst besucht? Was hat dir besonders gut gefallen? Berichte uns doch im Kommentarfeld über deine Erlebnisse!

Ähnliche Beiträge - Das könnte dich auch interessieren!
Teile diesen Beitrag auf:

Über die Autorin / Autoren

Als gebürtige Brandenburgerin arbeite ich dort, wo andere in Norddeutschland ihren Urlaub verbringen. Meinen Urlaub verbringe ich am liebsten als leidenschaftliche Wildlife Fotografin - zwischen A wie Afrika bis Z wie Zingst!