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Yosemite National Park mit Yosemite Valley

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Bei meinem Roadtrip durch den Westen der USA stand der Besuch des Yosemite National Park ganz weit oben auf der Liste. Vor allem wegen der Wasserfälle und der berühmten Mammutbäume. Doch das UNESCO-Weltnaturerbe hat mich mit etwas Besonderem überrascht.

Der Roadtrip beginnt

Von San Francisco geht es morgens in Richtung Osten von Kalifornien. Auf der Strecke zum Yosemite National Park kommt auch das erste Mal richtiges Roadtrip-Feeling auf. Die weiten Straßen, eingebettet in flache oder hügelige Landschaften und nicht zu letzt sorgt auch der Himmel für ein episches Bild der unbegrenzten Freiheit.

Roadtrip Feeling auf dem Weg zum Yosemite National Park

Roadtrip Feeling auf dem Weg zum Yosemite National Park

Verloren ohne GPS in Kalifornien

Das wird schnell wieder gedämpft, als wir uns unsicher sind, ob wir auch auf der richtigen Straße sind. Kein GPS dabei und irgendwo im nirgendwo gibt es ein Schild das uns die Richtung weist. Nach endlosen Kilometern des Ungewissen gibt es mitten im Nichts dann doch eine Tankstelle. Mit meiner Frage, ob wir auf dem richtigen Weg sind, stellen sich gleich drei Ortskundige um mich herum, um mir die Route zu erklären. Und ja, wir sind auf dem richtigen Weg.

Gespenstisch: Verbrannte Erde, verbrannte Bäume

Irgendwann gibt es auch wieder Schilder und wir nähern uns immer mehr dem Yosemite National Park. Aber leider meint es der Wettergott nicht gut mit uns, denn immer wieder gehen Regenschauer auf uns nieder. Auf einmal gelangen wir in eine surreale Welt. Um uns herum ist die Erde gelblich bis grau, die Bäume sind zum Teil schwarzgefärbt und Blätterlos. Nebel zieht durch die Landschaft, es ist still und es riecht stark nach Verbranntem. Hier hatte ein Feuer im September 2013 gewütet, das bis Nahe an den Rand des National Parks reichte und diesen bedrohte zu zerstören.

Verbrannter Wald am und auch im Yosemite National Park

Verbrannter Wald am und auch im Yosemite National Park

Verbrannter Wald am und auch im Yosemite National Park

Verbrannter Wald am und auch im Yosemite National Park

Die verbrannte Landschaft reicht bis zu unserer Unterkunft, darüber sind wir sehr überrascht. Ich komme mit der Dame am Empfang ins Gespräch. Sie erklärt mir, dass das Feuer hier bis knapp an die Häuser reichte. Gut, dass es alles glimpflich ausging.

Schnee – der Park Besuch ist gefährdet

Kurz darauf überbringt sie mir eine weniger gute Nachricht. Am oberen Pass des Parks – dem Highway 120 – schneit es und es ist möglich, wenn unsere Autoreifen für die Wetterbedingungen nicht ausreichen, wir Schneeketten benötigen. Schnee hatte ich nicht einkalkuliert und schon gar kein Geld für weiteres Autozubehör. Sollten unsere Allwetterreifen mit Schneeflocken also nicht zurecht kommen, so ist auch der Besuch des Parks gestorben. Entscheiden tun die Ranger darüber am Eingang des Parks.

Wir machen uns auf den Weg und es regnet. Weit und breit kein Schnee, nur verbrannte Landschaften. Kurze Zeit später erreichen wir das Eingangsschild des Yosemite National Parks, ich werde ganz hibbelig vor Freude. Am Westgate (Big Oak Flat Entrance) prüft der Ranger unsere Autoreifen, sie sind ausreichend, es werden keine Schneeketten benötigt. Aber er warnt uns, dass die Straße nicht geräumt ist und wir auf Grund des Schnees vorsichtig fahren sollen. Schnee? Ich sehe keinen Schnee, wovon redet er nur?

Eingangsschild am Yosemite National Park

Eingangsschild am Yosemite National Park

Die Straße legt immer mehr an Höhenmetern zu und aus dem Regen wird nun Schneeregen. Auch die Straße wird zunehmend „weißer“. Auf einmal ist es nur noch weiß um uns herum, die Straße wird schlierig und der Abgrund neben der Straße ist sehr nah und tief. Als wir weiter ins Tal gelangen wandelt sich der Schnee in Regen um. Aber von der grandiosen Landschaft sehen wir nichts – alles ist von einem dicken Nebel durchzogen.

Winterlandschaft im Yosemite National Park

Winterlandschaft im Yosemite National Park

Ausschau nach Wasserfällen

Im Yosemite Valley, das wie eine Wanne umgeben von Felsformationen liegt, halte ich verzweifelt Ausschau nach Wasserfällen. Der eigentliche Grund meines Besuchs des Yosemite National Parks ist der Yosemite Falls, Nordamerikas höchster Wasserfall. Ich erkundige mich im Yosemite Valley Visitor Center und erhalte eine Karte sowie auch eine Wegbeschreibung. Dennoch kann ich keinen Wasserfall entdecken. Mittlerweile ist es dämmrig geworden. Deshalb entschließen wir uns es am nächsten Tag erneut zu versuchen und machen uns auf den Weg zurück zur Unterkunft.

Der Weg zurück zur Unterkunft - Schneebedeckte Straßen

Der Weg zurück zur Unterkunft – Schneebedeckte Straßen

Endlich Wasserfälle

Auch am nächsten Tag regnet es, allerdings ist es wesentlich wärmer und es schneit nicht mehr. Deshalb gelangen wir dieses mal schneller in das Yosemite Valley. Am Westgate frage ich auch noch einmal den Ranger, wo ich denn Wasserfälle finde. Der grinst nur und sagt, Wasserfälle siehst du überall. Und tatsächlich, auf Grund der etwas besseren Sicht zum Vortag sehe ich nun wie sich viele kleine Wasserfälle überall an den Felswänden ihren Weg hinab bannen.

Einer von vielen namenlosen Wasserfällen im Yosemite National Park

Einer von vielen namenslosen Wasserfällen im Yosemite National Park

Aber wo ist der Yosemite Fall?

Ich habe dieses berühmte Bild im Kopf mit der grünen Wiese im Vordergrund und dem Upper Yosemite Fall dahinter. Ich muss umdenken und alles mit anderen Augen sehen, denn es ist Februar und nicht Juli. Die grüne saftige Wiese gibt es nicht, statt dessen liegt ein gelbbrauner, nasser Grasteppich vor mir. Dahinter fließt sanft im Nebel eingehüllt Upper Yosemite Fall.

Der Yosemite Fall aus der Ferne

Der Yosemite Fall aus der Ferne

Begegnung der besonderen Art – Mule Deers (Maultierhirsche)

Auf Grund des wieder stärker einsetzenden Regens bleibt uns nichts weiter übrig als den Park weiterhin vom Auto aus zu erkunden. Ab und zu halten wir an, springen raus, um wenigstens ein paar Bilder der Landschaft mit der Kamera einzufangen.

Und auf einmal entdecken wir Tiere die am Straßenrand stehen und grasen, völlig unbeeindruckt von den nahestehenden Autos. Ich bin völlig fasziniert, hier Tiere beobachten zu können, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Als die Tiere weiter ziehen, ziehen auch wir weiter, nun direkt zum Yosemite Fall.

Mule Deers (Maultierhirsche) im Yosemite National Park

Mule Deers (Maultierhirsche) im Yosemite National Park

Ein grasendes Mule Deer (Maultierhirsch) im Yosemite National Park

Ein grasendes Mule Deer (Maultierhirsch) im Yosemite National Park

Kämpfende Mule Deers (Maultierhirsche) im Yosemite National Park

Kämpfende Mule Deers (Maultierhirsche) im Yosemite National Park

Yosemite Falls – Höchster Wasserfall der USA

Auf der kleinen Wanderung zum Wasserfall werden wir vom Regen fast aufgeweicht. Dennoch wollte ich diesen Wasserfall, der sich eigentlich in drei teilt, dem Upper Yosemite Fall, den kaum zu sehenden Mittelcascaden und dem Lower Yosemite Fall, aus nächster Nähe zu sehen. Der Wasserfall hat eine Gesamthöhe von 739 m und zählt zu den höchsten Wasserfällen der Welt (auf Platz 5).

Der Lower Yosemite Fall

Der Lower Yosemite Fall

Es wird Zeit den Rückzug anzutreten und uns auf dem Highway 140 Richtung Westen zu machen. Leider kommen wir auch nicht, wie geplant, in den Genuß den „Grizzly Giant“ (Sequoia Mammutbbaum) in der Mariposa Grove zu besuchen. Die Straße ist auf Grund der Wetterbedingungen gesperrt. Es gibt also zahlreiche Gründe für einen erneuten Besuchs des Yosemite National Park.

Infos zum Yosemite National Park

  • Parkgebühren: Die Gebühren liegen aktuell (Stand September 2017) bei 30$ pro privatem Fahrzeug. Das Ticket ist 7 Tage lang gültig.
  • Anreise: Von San Francisco aus kommend, erreichst du den Park über die I-580 East, dann I-205 East und dann über den Highway 120 East (Manteca). Hier gelangst du über den Big Oak Flat Entrance in den Park. Weitere Anfahrtsrouten erfährst du hier
  • Unterkunft: Wir haben außerhalb, aber in der Nähe des Parks übernachtet. Hier kann ich die Yosemite Westgate Lodge in Buck Meadows am Highway 120 empfehlen. Es besteht aber auch die Möglichkeit in Unterkünften innerhalb des Parks zu übernachten. Dort sind die Plätze allerdings begrenzt, deshalb sollte man frühzeitig buchen.
  • Essen: Direkt im Yosemite Valley gibt es einen großen Supermarkt. Dort kannst du auch essen oder frisch zubereitete Speisen „ToGo“ einkaufen.

9 Comments

  • Sandra sagt:

    Ein sehr schöner Bericht der tolle Erinnerungen wach ruft Danke dafür

  • Hi Anja,

    Mules und Schnee ist jetzt nicht gerade das, womit ich Yosemite sofort in Verbindung bringen würde. Aber es gibt auch ein Leben außerhalb der Sommermonate, die auch sehr reizvoll sein können, wenn man die richtige Ausstattung hat;-)

    Liebe Grüße

    Alex

  • Julia sagt:

    ich glaub, bei den witterungsbedingungen ist das fahren auch gewöhnungsbedürftig oder? noch dazu im wald. ganz schön spooky.

  • Michaela sagt:

    Sehr schöner Artikel. Der Nationalpark hört sich richtig interessant an – vor allem die Maultierhirsche sind super süß

    Liebe Grüße,
    Michaela

  • Magdalena sagt:

    Hallo Anja,

    toller Beitrag! Uns hat damals der im September auch der Schnee einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Bedingungen waren so schlecht, dass unsere Reifen das nicht mitgemacht haben und wir leider gar nicht in den Park durften – aber so gibt es zumindest noch einen Grund mehr, wiederzukommen!

    Viele liebe Grüße
    Magdalena

    • Anja Anja sagt:

      Hallo Magdalena,

      vielen Dank. Ohh nein, das tut mir echt leid zu hören. Ich kann deine Enttäuschung total nach vollziehen, fast wäre es mir ja auch so ergangen. Auf jeden Fall ein Grund noch einmal wiederzukommen.

      LG Anja

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