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Verdonschlucht – Ein Grand Canyon mitten in Frankreich

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Wer für die Provence nur die Lavendelblüte auf dem Plan zu stehen hat, sollte unbedingt noch einen weiteren Punkt mit hinzufügen – die Verdonschlucht. Sie zählt zu einem der größten Canyons Europas und hält einige Highlights parat.

Wo liegt die Verdonschlucht?

Die Verdonschlucht, umgangssprachlich auch Grand Canyon du Verdon, liegt in der nord-östlichen französischen Provence, in der Provence-Alpes-Côte d’Azur. Über eine lange Strecke bildet die etwa 20 km lange Schlucht auch die Grenze zwischen Alpes-de-Haute-Provence im Norden und dem Departement Var im Süden. Der Canyon von Verdon ist außerdem Teil des Regionalen Nationalparks Verdon (franz. Parc naturel régional du Verdon) und liegt in seinem Zentrum.

Am besten lässt sich der Nationalpark zu dem auch das Dorf Moustiers-Sainte-Marie zählt und die Verdonschlucht mit dem eigenen Auto oder mit einem Mietwagen erkunden.

So kommst du zur Verdonschlucht

  • Aus Osten von Manosque kommend über die D6 und Valensole und bei Riez auf die D952
  • Direkt zum Stausee Lac de St. Croix und Zugang zur Schlucht: Biege von der D952 auf die D957 ab.
  • Zu den Aussichtspunkten und auch um die Verdonschlucht einmal zu umrunden auf der D952 bleiben und später auf die D955 abbiegen
Serpentinenstraße D952 entlang der Verdonschlucht

Serpentinenstraße D952 entlang der Verdonschlucht

Die schönsten Aussichtspunkte auf die Verdonschlucht

Auf die Verdonschlucht gibt es zahlreiche schöne Aussichtspunkte. Viele liegen direkt an der D952 oder D71. Plane für eine Tour um den gesamten Grand Canyon du Verdon etwa einen Tag ein, denn durch den geschlängelten Verlauf der Straße, sowie durch die Stopps an den Aussichtspunkten vergeht die Zeit wie im Fluge.

Aussichtspunkt an der D952 auf die Verdonschlucht

Aussichtspunkt an der D952 auf die Verdonschlucht

Panorama Route D23

Wer die Verdonschlucht von den besten Aussichtspunkten aus bewundern möchte, sollte die D952 von Westen aus kommend bis La Palus-sur-Verdon folgen und dort auf die D23 abbiegen. Die D23 ist eine Panorama Route und schlängelt sich an der Verdonschlucht entlang und endet auch wieder beim Ort La Palus-sur-Verdon.

Hier gibt es immer wieder Haltepunkte von wo du einen spektakulären Blick auf den bis zu 700 Meter tiefen Canyon mit dem winzig wirkenden Fluss Verdon hast. Empfehlenswert sind zum Beispiel die Aussichtspunkte Bevédère de Trescaire bas oder Bevédère de la Dent d´ Aire.

Am Aussichtspunkt Bevedere de la Dent d Aire

Am Aussichtspunkt Bevedere de la Dent d Aire

Baden mit Aussicht

Wenn du weiter der Serpentinenstraße D952 folgst, gelangst du zum „Gorges Du Verdon, rive droite“. Hier solltest du vielleicht einen Badestopp einlegen, denn hier gelangst du direkt an das Ufer des Flusses Verdon. Das Wasser ist gerade bei heißen Temperaturen unglaublich erfrischend und ist überaus klar. Aber du solltest ein bisschen auf die Strömung achten.

Vom Flussufer sowie auch von der dortigen Brücke aus hast du einen tollen Blick auf das Steinmassiv des Canyons.

Baden im Verdon Fluss

Baden im Verdon Fluss

Die Südseite der Verdonschlucht

Die D952 führt irgendwann weiter Richtung Norden weg von der Verdonschlucht. Du solltest hier nicht den Abzweig nach rechts auf die D955 verpassen. Diese Straße führt dich über einer Brücke auf die andere Seite des Flusses. Auch hier gibt es noch mal die Möglichkeit an mehreren Stellen im Fluss Verdon zu baden.

Aussichtspunkt südlich der Verdonschlucht

Aussichtspunkt südlich der Verdonschlucht

Blick auf die 180 Grad Biegung des Verdon

Bei Trigance solltest du dann auf die D90 abbiegen und kurze Zeit später nach rechts auf die D71, um wieder an die Verdonschlucht zugelangen. Hier erwartet dich am Aussichtspunkt „Belvédère de la Mescla“ ein spektakulärer Blick auf die tiefe Schlucht und einer 180 Grad Biegung des Flusses Verdon. Hier spaltet sich auch der Flusslauf des L´Artuby ab, welcher aber gen Süden fließt und den Canyon de l´Artuby bildet.

die 180 Grad Biegung des Verdon Flusses

die 180 Grad Biegung des Verdon Flusses

Sturz in die Tiefe

Wer den Nervenkitzel liebt kann sich kurz darauf an der D71 von der 137 m hohen Straßenbrücke „Pont de l’Artuby / Pont de Chaulière“ in die Tiefe des Canyon de l´Artuby stürzen. Natürlich an einem Bungee-Seil gesichert. Mit einem Bungee Sprung von etwa 100 m zählt der Ort zu den höchsten Bunggesprüngen Europas nur unweit der Verdonschlucht entfernt.

Von der Artuby Brücke kann man Bungee Jumping machen

Von der Artuby Brücke kann man Bungee Jumping machen

Essen mit Aussicht

Nach dem Passieren der Artuby Brücke schlängelt sich die kurvenreiche Straße D71 nun wieder an der Verdonschlucht entlang. Auch hier warten einige Aussichtspunkte wie der „Belvédère Du Plan“ auf dich. Dieser Aussichtspunkt liegt auf der Restaurant-Terrasse des Logis Hotel du Grand Canyon du Verdon. Wenn also dein Magen knurrt, lohnt es sich hier einen Stopp einzulegen und die grandiose Aussicht bei einem kleinen oder großen Snack zu genießen.

Blick von der Restaurant-Terrasse des Logis Hotel du Grand Canyon du Verdon

Blick von der Restaurant-Terrasse des Logis Hotel du Grand Canyon du Verdon

Weitere Aussichtspunkte auf der Südseite

Weitere Aussichtspunkte sind danach unter anderem der „View Point Verdon George“ oder der „Cirque de Vaumale“. Beim Aussichtspunkt „Col d´Illoire“ hast du sozusagen den letzten beeindrucken Aussichtspunkt auf der D71. Von dort hast du einen tollen Blick auf das Dorf Aiguines und das nicht wenig beeindruckende Château d’Aiguines, welches sich im Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann.

Blick auf das Chateau d'Aiguines

Blick auf das Chateau d’Aiguines

Der schönste Blick auf die Verdonschlucht

Von Aiguines führt dich nun dein Weg auf der D19 bis zu einem Kreisverkehr gelangst. Hier biegst du nun auf die D957 ab und landest unweigerlich bei einem der schönsten Aussichtspunkt auf die Verdonschlucht.

Von der Brücke „Pont du Galetas“ erwartet dich eines der bekanntesten und beliebtesten Fotomotive des Grand Canyon de Verdon. Das türkisfarbene Wasser an der Öffnung der Schlucht steht im starken Kontrast zu seinen hellen mit grün bewachsenen Felswänden und gibt auch ein wenig karibisches Flair ab. Von der anderen Seite der Brücke hast du wiederum einen tollen Blick auf den Stausee Lac de St. Croix. Mit diesem Aussichtspunkt endet auch die Rundreise um die Verdonschlucht.

Der schönste Blick auf die Verdonschlucht

Der schönste Blick auf die Verdonschlucht

Sportliche Aktivitäten im Grand Canyon de Verdon

Der Fluss Verdon hat seinen Ursprung im Norden der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azu bei Tête de la Sestrière und mündet etwa 165 km südlich in die Durance. Auf seinem Weg färbt er sich von Smaragdgrün, in ein blassblaues Aquamarin oder ein leuchtendes Türkis. Letzteres hat er vor allem dem Kalkmassive der Haute-Provence zu verdanken, welche auch dem Fluss seinen Namen zu verdanken hat.

Vom Canyon aus durchfließt der Verdon auch den Stausee Lac de St. Croix. Die 2.200 Hektar große Wasserfläche und die durchschnittliche Temperatur von 24 Grad des 1973 entstandenen Sees bietet Gelegenheit zu zahlreichen Wassersport an, wie zum Beispiel:

  • Wildwasserschwimmen
  • Kanu
  • Kajak
  • Rafting

Ein besonderes Highlight ist es vom Stausee aus direkt mit dem Kajak, dem Kanu oder auch dem Tretboot in die Schlucht zu fahren und so die beeindruckende Steinkulisse vom türkisfarbenen Wasser aus zu erleben.

Aber nicht nur Wassersport bietet sich in der Verdonschlucht an. Auch folgende andere Sportarten bieten sich an:

  • Felsklettern
  • Paragliding
  • Drachenfliegen
  • Bungee Jumping (von der Artuby Brücke bei der Verdonschlucht)

Der Grand Canyon de Verdon ist außerdem ein Wanderparadies und hat einige Wanderwege im Angebot. Aber Achtung, festes Schuhwerk ist auf jeden Fall empfehlenswert, teilweise sind die Wege sehr anspruchsvoll.

Der Stausee Lac de St. Croix ist ein Wassersportparadies

Der Stausee Lac de St. Croix ist ein Wassersportparadies

Wildlife im Grand Canyon de Verdon

Die größte Überraschung und mein persönliches Highlight habe ich an einem Aussichtspunkt der Verdonschlucht erlebt. Am Aussichtspunkt „Bevédère de Trescaire bas“ an der D23 beobachte ich einen Fotograf, der sich kurz darauf als Deutsch-Franzose entpuppt, und seine Kamera immer wieder auf die Schlucht richtet.

Im ersten Moment denke ich, er will Kletterer fotografieren, kann aber keine entdecke. Also spreche ich ihn an und er erklärt mir das hier in der Gegend Kondore angesiedelt wurden und es inzwischen 70 der Tiere gibt. Das überrascht mich, denn eigentlich sind Kondore nur in Südamerika zu finden.

Im nächsten Moment kreist ein riesiger Vogel genau über uns. Schnell wechsle ich von Weitwinkel auf das Teleobjektiv. Danach heißt es warten. Immer wieder wird ein Vogel in einiger Distanz erspäht. Kurz darauf fliegt einer eindrucksvoll direkt auf uns zu und zieht nur wenige Meter an uns vorbei. Damit habe ich mein persönliches Foto des Tages im Kasten.

Hinweis: Als ich Anne meine Ausbeute später übersende stellt sie fest, dass es sich nicht um einen Kondor handelt, sondern vermutlich um einen Gänsegeier. Auch Franzosen dürfen sich mal irren.

Ein Geier im Flug

Ein Geier im Flug

Ein Geier in der Verdonschlucht

Ein Geier in der Verdonschlucht

 

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