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Im Land der Vulkane: der Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote

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Zuletzt geändert am 16. August 2020

Der Timanfaya Nationalpark ist mit seinen Kratern das Herzstück der Vulkaninsel Lanzarote und die absolute Top Sehenswürdigkeit. Die bizarre Landschaft aus vulkanischem Gestein fasziniert jedes Jahr Millionen von Besuchern. Und das aus gutem Grund!

Die wichtigsten Fakten rund um den Timanfaya Nationaplark

  • Der Parque National de Timanfaya schützt die Hauptzone der Insel mit mehr als 25 Vulkanen.
  • Timanfaya war eines der 10 Dörfer, welche unter der Lava in den Jahren 1730, 1736 und 1824 begraben wurde.
  • Die Eruptionen zwischen 1730 und 1736 waren die wichtigsten der jüngeren Menschheitsgeschichte, was Dauer und Auswirkung betrifft.
  • Aufgrund der letzten Ausbruchsphase in 1824, blieben geothermische Anomalien zurück, welche sich noch heute in Temperaturen von bis zu 610ºC in 13 m Tiefe zeigen.
  • Der größte Vulkan ist der Timanfaya mit einer Höhe von 510 m.
  • 1974 ist der 51 km² große Nationalpark gegründet worden.
  • Fast 200 Flechtenarten wachsen auf den unwirklichen Vulkanböden.
  • Die Parkgrenzen werden mit den von César Manrique entworfenen Teufel markiert und sind an den Straßen gut zu erkennen.
  • Jedes Jahr besuchen ca. 2 Millionen Besucher den Nationalpark. Damit steht er an zweiter Stelle der meistbesuchten Nationalparks in Spanien.  Der Teide Nationalpark auf Teneriffa steht an Nummer 1.
Montañas del Fuego - die Feuerberge von Lanzarote

Montañas del Fuego – die Feuerberge von Lanzarote

Vulkankrater im Timanfaya Nationalpark

Vulkankrater im Timanfaya Nationalpark

Das Timanfaya Nationalpark Besucherzentrum

Bevor es in den Nationalpark geht, empfehle ich einen Besuch im Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca. Im Besucherzentrum erhalten alle Interessierten einen Crashkurs in Vulkanologie. Auf sehr anschaulichen Fotografien werden hier Begriffe, wie Lava Bomben, Pyroklasterfelder oder Eruptionsherde erklärt. Was mir in dem modernen Gebäude besonders gefallen hat, sind die zwei Aussichtsplattformen. Besucher können sich so ganz genau die Beschaffenheit der erloschenen Asche und Schlacke ansehen und dabei einen grandiosen Blick auf die Vulkanlandschaften von Lanzarote genießen. Auf Glastafeln ist zu lesen, welchen Namen die verschiedenen Vulkane tragen, wie etwa der Montaña de Tenézara, Montaña de Güiguán, Montaña de Tinache, Montaña de Carlos oder Montaña de Mazo. Leider, war bei meinem Besuch im Januar 2020 nur eine der Aussichtsplattformen geöffnet.

Audiovorstellung und Vulkanausbruch Similation

Im Gebäude selbst gibt es 40 minütige Audiovorstellungen in vier verschiedenen Sprachen, unter anderem auch auf deutsch. Die dazugehörigen Kopfhörer lassen sich am Eingang erwerben, ansonsten ist der Besuch kostenfrei. Desweiteren wird im Untergeschoss des Zentrums eine 4 minütige Simulation des Vulkanausbruchs dargestellt. Es ist ganz nett gemacht aber es ist definitiv noch Luft nach oben.

Fotohinweis: In den Räumlichkeiten ist fotografieren erlaubt, allerdings dürfen die Fotos nur privat genutzt werden. Aus diesem Grund befinden sich in diesem Beitrag keine Innenaufnahmen.

Öffnungszeiten: täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr

Adresse: Lugar Tinguatón, 35560 Tinajo

Besucherzentrum Timanfaya

Besucherzentrum Timanfaya

Blick von der Aussichtsplattform im Besucherzentrum Timanfaya

Blick von der Aussichtsplattform im Besucherzentrum Timanfaya

erkaltete Lava und Schlacke zum Anfassen

erkaltete Lava und Schlacke zum Anfassen

Mein Besuch im Land der Feuerberge

Der Weg ist das Ziel – die Mautstraße zum Isolte de Hilario

Nach dem Besucherzentrum geht es auf der LZ-67, welche das Dorf Yaiza mit Mancha Blanca verbindet, zur Mautstraße auf die LZ-602. Jetzt am Nachmittag hat sich der Stau aufgelöst, den ich auf dem Hinweg mit Schrecken gesehen hatte. Am Vormittag und zur Mittagszeit scheint das höchste Gästeaufkommen zu sein. Selbst im Januar war die Schlange an Mietwagen nicht klein und hat den Verkehr auf der LZ-67 beeinträchtigt. Ich möchte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie es hier ist, wenn Hochsaison und Ferienzeiten sind. Ab dem Kassenhäuschen sollte man sich ruhig Zeit nehmen und ganz gelassen durch die faszinierende Vulkanlandschaft zum Parkplatz am Isolte de Hilario fahren. Bis zum Hauptparkplatz gibt es nämlich keine Haltebuchten, um die Schönheit der schroffen Vegetation zu bewundern. So sind wir im Schneckentempo gefahren.

Parken im Timanfaya Nationalpark

Auf dem Hauptparkplatz gibt es Einweiser, welche einem beim Finden eines Parkplatzes behilflich sind. Nicht immer passt das Augenmaß von Lücke und Fahrzeug aufeinander. Wer sich nicht unbedingt aus seinem Auto quetschen möchte, findet an der Straße in Richtung Ausfahrt noch welche oder dreht einfach noch eine Ehrenrunde bis eine bessere Lücke sich ergibt. Die Straßen sind sehr gut asphaltiert, weisen zum Restaurant El Diabolo allerdings eine ordentliche Steigung auf. Wer diesen Weg nicht unbedingt zweimal laufen möchte, sollte alles wichtige mitnehmen. Dazu gehört auch die Eintrittskarte.

Isolte de Hilario

Am Aussichtspunkt Isolte de Hilario erwartet dem Besucher nicht nur ein atemberauberner Blick. Direkt neben dem futuristisch anmutenem Restaurant El Diabolo, entworfen von Lanzarotes Inselarchitekt César Manrique, wird es sehr heiß. Die vulkanische Aktivität ist noch immer präsent. Mitarbeiter des Nationalparks präsentieren den Besuchern bei geothermischen Vorführugen, wie heiß der Boden unter unseren Füßen noch immer ist. Trockene Reisigzweige fangen in sekundenschnelle Feuer an einer Erdöffnung. Mit am beeindruckensten ist die Demonstration, wenn Wasser in ein Rohr gefüllt wird, welches in die Erde reicht. Nach einem kurzen Augenblick schießt mit enormen Druck eine mehrere Meter hohe Fontäne in die Luft.

Isolte bedeutet kleine Insel. Dieses Plateau ist eine vulkanische Erhebung und ist von der Lava nicht bedeckt worden, sondern schaut, wie eine Insel zwischen der erstaarten Lava hervor. Auf den Isoltes finden Tiere und Pflanzen Zuflucht und halten sich hier verstärkt auf.

Panoramarestaurant El Diabolo

Das kulinarische Highlight im El Diabolo ist das Hühnchen, welches über einer Erdöffnung mit vulkanischer Hitze gegrillt wird. Die Hitze reicht tatsächlich aus, um zu grillen. Der Grund ist eine geothermische Anomalie in ca. 4 km Tiefe. Im Restaurant aus vulkanischem Gestein, gibt es um die Jahreszeit immer einen freien Platz und man muss nicht zwangsläufig Hühnchen essen.

bizarre Landschaften auf dem Weg zum Isolte de Hilario

bizarre Landschaften auf dem Weg zum Isolte de Hilario

Blick auf die Busroute durch die Vulkanlandschaft

Blick auf die Busroute durch die Vulkanlandschaft

geothermische Vorführung: die Erdwärme entfacht in sekundenschnelle Feuer

geothermische Vorführung: die Erdwärme entfacht in sekundenschnelle Feuer

Die Erde ist so heiß, dass sie Wasser in sekundenschnelle in Dampf verwandelt.

Die Erde ist so heiß, dass sie Wasser in sekundenschnelle in Dampf verwandelt.

Grillen mit vulkanischer Hitze im El Diabolo

Grillen mit vulkanischer Hitze im El Diabolo

Panoramarestaurant "El Diabolo" im Timanfaya Nationalpark

Panoramarestaurant „El Diabolo“ im Timanfaya Nationalpark

Timanfaya Bustour – Ruta de los Volcanes

Vor dem Souvenirgeschäft ist der Start- und Endpunkt der Bustour durch die spektakuläre Vulkanlandschaft. Ungefähr alle 15 bis 20 Minuten startet ein Bus zur ca. 40 minütigen Fahrt durch die beeindruckensten Vulkanszenerien. Beim Einsteigen wird die Eintrittskarte gelocht. Am Nachmittag ist der Bus auch nicht bis auf den letzten Platz belegt und es gibt ausreichend freie Plätze.

Während der Fahrt hält der Bus an, damit die Gäste Zeit haben die atemberaubene Kulisse, wie den erkalteten Hohlweg Barranco del Fuego oder den Caldera Quemada zu genießen. Aussteigen ist ,leider, nicht möglich. Als informative Untermalung werden in mehreren Sprachen die geschichtlichen Texte der Vulkanausbrüche von 1730 vorgespielt. Der Pfarrer von Yaiza hat zu der Zeit intensiv Tagebuch geführt und dieses Vermächtnis ist eines der wichtigsten Schriften aus dieser Zeit.

Diese bizarre Landschaft hat mich auch während der Busfahrt vollkommen gefangen genommen. Der Lichteinfall der Sonne und die Schatten der Wolken lassen das Gestein von tief schwarz bis  rost rot schimmern. Es ist schwer vorstellbar, wie es im 18. Jahrhundert gewesen sein muss, als diese Szenerie entstanden ist.

Fotografieren auf der Vulkanroute

Wer während der Busfahrt fotografieren möchte, sollte so spät wie möglich die Bustour machen. Das Abendlicht gibt den Farben der Vulkangesteine eine noch intensivere Note. Um Spiegelungen so gut wie möglich zu vermeiden, sollte auf das Objektiv ein Polfilter geschraubt werden. Je nach Stand der Sonne habe ich gute Ergebnisse damit erzielen können. Aber bei komplettem Gegenlicht, war es auch da nicht möglich. Wer mit dem Smartphone fotografiert, sollte dieses direkt an die Scheibe lehnen und leicht kippen bis die Spiegelung nicht mehr zu erkennen ist.

Ich habe mir sagen lassen, die beste Aussicht hat man, wenn man in Fahrtrichtung auf der rechten Seite Platz nimmt. An einigen Stellen kann ich dies bestätigen aber auch auf der linken Seite sitzt man nicht stiefmütterlich. Beim finalen Blick von der höchsten Stelle des Timanfaya sitzt man rechts wiederum richtig.

Bustour durch den Timanfaya Nationalpark

Bustour durch den Timanfaya Nationalpark

Die Vulkantour führt zu den spektakulärsten Aussichten

Die Vulkantour führt zu den spektakulärsten Aussichten

Fast 200 Flechtenarten wachsen auf vulkanischem Boden

Fast 200 Flechtenarten wachsen auf vulkanischem Boden

Kraterlandschaften mit Meerblick

Kraterlandschaften mit Meerblick

Im Land der Feuerberge

Im Land der Feuerberge

Mit dem Bus auf Vulkantour

Mit dem Bus auf Vulkantour

Der Höhepunkt auf der Bustour: der Blick vom Timanfaya

Der Höhepunkt auf der Bustour: der Blick vom Timanfaya

Eintrittspreise und Öffnungszeiten Timanfaya Nationalpark

Der Eintritt beträgt 12,00 € pro Erwachsener und für Kinder von 7 bis 12 Jahren 6,00 €. Ab 15 Uhr gibt es einen Rabatt von 20% (Stand Januar 2020). Der Eintritt beinhaltet parken, die Bustour sowie die oben genannten geothermischen Vorführungen. Der Eintritt ist am Kassenhäuschen bar zu bezahlen. EC und Kreditkarten werden nicht akzeptiert.

Von Mitte Juli bis Mitte September ist der Nationalpark von 9.00 bis 17.45 Uhr geöffnet. Die letzte Bustour geht allerdings noch um 18 Uhr. Außerhalb der Sommerferien ist von 9.00 bis 16.45 Uhr geöffnet und die letzte Bustour fährt um 17.00 Uhr ab.

Spiel aus Wolken, Schatten und Sonne auf Vulkanboden

Spiel aus Wolken, Schatten und Sonne auf Vulkanboden

Timanfaya Nationalpark auf eigene Faust erkunden?

Ich weiß, vielen Besuchern ist diese Art von organisiertem Tourismus ein Dorn im Auge und möchten lieber auf eigene Faust die Vulkanlandschaft erkunden. Die einzige legale Wandermöglichkeit ohne Guide im Timanfaya Nationalpark ist der Küstenwanderweg am Ortsausgang von El Golfo nach Playa de la Madera. Die Strecke ist jedoch 12 km lang und am Ziel ist es schwierig wieder zurück zu kommen, es sei denn, man läuft die 12 km zurück.

Wanderungen im Timanfaya Nationalpark

Wer möchte nicht auch zwischen den Montañas del Fuego kraxeln und den Feuerbergen ganz nah sein. Allerdings ist eine Wanderung gar nicht so einfach durch zu führen. Gerade all jene, die gern spontan ihr Programm vor Ort planen, werden enttäuscht sein. Im Nationalpark ist es nicht gestattet alleine zu Fuß los zu ziehen. Zu zerbrechlich ist der Boden und die höchstmögliche Schutzstufe des Nationalparks erlaubt keine eigenständigen Wanderungen.

geführte Wandertouren

Die Nationalparkverwaltung von Lanzarote bietet zwei kostenfreie Wanderungen mit jeweils acht bis zehn Teilnehmern an. Es gibt zwei feste Routen, die in spanisch oder englisch durchgeführt werden. Die Tremesana Route wird von Yaiza ausgeführt und die Küstenroute von El Golfo. Für beide Touren gilt ein Mindestalter von 16 Jahren und sie sind nur online buchbar. Ganz wichtig! Unbedingt weit im voraus planen und buchen. Ich habe gedacht im Januar wird es kein Problem sein und ich kann mich spontan entscheiden. Leider nicht, gut 4 bis 6 Wochen vorher sollte man sich bereits um einen Termin für die kostenlosen Wanderungen kümmern. Wer zu Feiertagen und Ferienzeiten die Touren mitmachen möchte, wird mit aller Wahrscheinlichkeit noch eher sich anmelden müssen.

Alternative Wanderrouten im Parque Natural de los Volcanes

Der Timanfaya Nationalpark ist im Norden, Osten und Süden vom Naturpark umschlossen. Hier lassen sich ausgezeichnete Wanderungen von einfach bis anspruchsvoll unternehmen. Wer gut zu Fuß ist und über einen guten Orientierungssinn verfügt, sollte sich die 8 km lange Wanderung um den Caldera Blanca vornehmen. Es sind zwei helle Krater am Rande des Nationalparks und gut 3,5 Stunden sollten eingeplant werden. Der Beginn- und der Zielpunkt befindet sich auf der LZ-67 auf Höhe km 8,1. Also direkt auf der Straße, die zum Timanfaya Nationalpark führt.

Wer sich für Wanderungen in dieser faszinierenden Landschaft interessiert, dem empfehle ich den Lanzarote Reiseführer mit 20 Wanderungen von Dieter Schulze.

Kameltouren durch die Vulkanlandschaft

Auf einem ca. 15 minütigen Ritt können Besucher die Vulkanlandschaften vom Rücken eines Dromedars erleben. Der Ausritt ist bei vielen Besuchern leider sehr beliebt, da gerade einmal 12,00 € pro Tier und damit 6,00 € pro Person berechnet werden. Auf dieses Erlebnis kann ich jedoch gut verzichten.

Wanderung im Naturpark rund um Timanfaya

Wanderung im Naturpark rund um Timanfaya

Der Kamelritt ist auf Lanzarote leider sehr beliebt.

Der Kamelritt ist auf Lanzarote leider sehr beliebt.

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