Die Maasai Mara in Kenia ist für viele das Synonym für Safari. Hier lebt eines der dichtesten Raubtiervorkommen der Welt, und hier findet jedes Jahr die berühmte große Migration der Gnus und Zebras statt. Erfahre alles zu den wichtigsten Infos zu Anreise, Lodges, Tieren, der besten Reisezeit und ein paar persönlichen Erlebnissen.
Inhaltsverzeichnis
- Wichtige Informationen zur Maasai Mara im Überblick
- Die Maasai Mara
- Lage der Maasai Mara
- Wie kommst du in die Maasai Mara?
- Übernachten in der Maasai Mara
- Zu welcher Zeit auf Safari gehen?
- Die große Migration am Mara River
- Tiere in der Maasai Mara
- Drehort von „Jenseits von Afrika“
- Praktische Tipps für deine Maasai Mara Safari
- Häufige Fragen zur Maasai Mara (FAQ)
Wichtige Informationen zur Maasai Mara im Überblick
- Lage: Südwesten Kenias, Provinz Narok, direkte Grenze zur Serengeti in Tansania
- Größe:510 Quadratkilometer Hauptreservat, mit Conservancies rund 2.500 Quadratkilometer
- Höhenlage:500 bis 2.100 Meter
- Eintritt: 200 US Dollar pro Person und Tag für Nicht Residenten (Stand 2024)
- Öffnungszeiten: täglich 6 bis 19 Uhr, Übernachtungen nur in lizenzierten Camps
- Beste Reisezeit: Juli bis Oktober für die große Migration, Januar und Februar als Geheimtipp
- Klima: ganzjährig mild, kurze Regenzeit November und Dezember, lange Regenzeit März bis Mai
- Sprache: Englisch und Swahili, in den Dörfern Maa
- Währung: Kenia Schilling (KES), US Dollar in den meisten Camps akzeptiert
- Impfungen: Gelbfieber bei Einreise vorgeschrieben, Malariaprophylaxe empfohlen
Die Maasai Mara
Was ist die Maasai Mara?
Die Maasai Mara ist ein Nationalreservat im Südwesten Kenias und Teil des gleichen Ökosystems wie die Serengeti in Tansania. Auf einer Fläche von rund 1.510 Quadratkilometern erstreckt sich offene Savanne mit ihren typischen Schirmakazien, vereinzelten Felshügeln und sanften Wellen. Hier leben mehr als 90 Säugetierarten und über 470 Vogelarten. Die Tierdichte ist eine der höchsten Afrikas und macht das Reservat zu einem der besten Safariziele der Welt.
Geschichte und Name
Den Namen verdankt die Region dem Volk der Maasai, das hier seit Jahrhunderten in offenen Manyatta Siedlungen mit Rinder, Ziegen und Schafherden lebt. „Mara“ bedeutet in der Maa Sprache so viel wie „gefleckt“ und beschreibt das Aussehen der Landschaft, wenn man sie aus der Ferne betrachtet. Heller Boden, dunkle Akazien, ziehende Wolkenschatten. Eingerichtet wurde das Schutzgebiet 1961, in den 1970er Jahren wurde es offiziell zum Nationalreservat erklärt.
Hauptreservat und Conservancies
Anders als ein Nationalpark wird ein Nationalreservat in Kenia nicht vom staatlichen Kenya Wildlife Service verwaltet, sondern von den umliegenden Kommunen. In diesem Fall vom Maasai Volk. Ein Großteil der Eintrittsgelder fließt direkt in die lokalen Gemeinschaften zurück.
Heute besteht die Maasai Mara aus dem zentralen Hauptreservat sowie aus mehreren angrenzenden Conservancies. Das sind private Schutzgebiete, die von den Maasai an Lodgebetreiber verpachtet werden und in denen striktere Regeln gelten. Die Conservancies (zum Beispiel Mara North, Olare Motorogi oder Naboisho) sind deutlich ruhiger als das Hauptreservat, lassen pro Sichtung nur wenige Fahrzeuge zu und erlauben Nachtpirsch sowie Walking Safaris, die im Hauptreservat nicht möglich sind.
Landschaft und Mara River
Im Süden grenzt das Reservat direkt an die Serengeti, sodass die Tiere ungehindert zwischen den beiden Schutzgebieten wandern können. Genau dieser Korridor macht die große Migration überhaupt erst möglich. Das wichtigste Gewässer ist der Mara River, der das Gebiet von Nordosten nach Südwesten durchquert und schließlich in den Viktoriasee mündet. An seinen steilen Ufern spielen sich die berühmten Flussüberquerungen der Migration ab.

Mara Fluss von oben
Lage der Maasai Mara
Die Maasai Mara liegt im Südwesten Kenias, etwa 270 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Im Süden grenzt sie direkt an die Serengeti, im Westen verläuft die Eskarpment Kante des Mara Dreiecks, und im Norden öffnet sich die Landschaft zu den großen Conservancies. Die Höhenlage zwischen 1.500 und 2.100 Metern sorgt dafür, dass die Tagestemperaturen selbst im afrikanischen Sommer angenehm bleiben. Tagsüber zeigt das Thermometer meist 22 bis 28 Grad, nachts kühlt es deutlich ab.
Wie kommst du in die Maasai Mara?
Die meisten Reisenden fliegen über Nairobi oder Mombasa ein. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten in die Mara zu gelangen.
Mit dem Buschflugzeug: Anbieter wie Safarilink oder AirKenya bedienen die wichtigsten Airstrips im Reservat (Keekorok, Musiara, Olkiombo, Mara North und Kichwa Tembo). Vom Wilson Airport in Nairobi dauert der Flug rund 45 Minuten, von Mombasa über die Küste etwa 2 Stunden. Tickets liegen je nach Saison und Strecke bei rund 220 bis 400 US Dollar pro Strecke.
Mit dem Geländewagen über Land: Die Fahrt von Nairobi dauert rund sechs Stunden über den Großen Afrikanischen Grabenbruch. Der erste Teil verläuft auf gut ausgebauten Teerstraßen, doch ab der Stadt Narok beginnen die berühmten kenianischen Pisten. Spätestens jetzt verstehst du, warum die Kenianer ihre Geländewagen liebevoll als „afrikanische Massagestühle“ bezeichnen.
Bei meiner eigenen Anreise bin ich von Mombasa aus per Buschflieger in die Mara geflogen und auch wieder zurück. Wer Strand und Safari kombinieren möchte, kann die Mara wunderbar an einen Aufenthalt an der kenianischen Küste anhängen, ohne den langen Landweg in Kauf nehmen zu müssen.

Mit dem Buschflieder in die Maasai Mara
Übernachten in der Maasai Mara
Die Auswahl an Unterkünften ist riesig und reicht vom einfachen Zeltlager bis zu Luxusangeboten mit eigenem Butler.
Public Campsites sind die günstigste Option für Selbstfahrer und kosten rund 30 bis 50 US Dollar pro Person und Nacht. Du brauchst eigene Ausrüstung, Verpflegung und Strom gibt es nicht. Dafür schläfst du wirklich mittendrin und hörst nachts die Hyänen lachen.
Tented Camps sind feste Safarizelte auf Plattformen, oft mit eigenem Bad und Veranda. Sie kombinieren das Outdoor Gefühl mit Komfort. Mein persönlicher Favorit. Preise liegen je nach Standort zwischen 250 und 700 US Dollar pro Person und Nacht in Vollpension.
Lodges sind feste Bauten, häufig mit Pool, Restaurant und Lounge. Sie eignen sich besonders für Familien oder Reisende, die das ganze Komfortpaket wünschen. Preise liegen meist zwischen 300 und 900 US Dollar pro Person und Nacht.
Luxus Camps in den Conservancies bieten exklusive Erlebnisse mit privaten Guides, Nachtpirsch und Walking Safari. Hier zahlst du ab 900 US Dollar aufwärts pro Person und Nacht, dafür hast du die Mara fast für dich allein.
Ein guter Tipp: Wenn du Zeit hast, kombiniere zwei verschiedene Camps für deinen Aufenthalt. Eines im zentralen Reservat für die Migration und eines in einer Conservancy für Ruhe und Aktivitäten, die im Hauptpark nicht erlaubt sind.

Blick vom Camp auf die Maasai Mara
Zu welcher Zeit auf Safari gehen?
Die Maasai Mara ist ganzjährig ein lohnenswertes Safariziel, doch die einzelnen Monate unterscheiden sich deutlich.
Die Hochsaison liegt zwischen Juli und Oktober. Dann sind die großen Herden aus der Serengeti angekommen und mit ihnen die Raubtiere. Es ist die beste Zeit, um Flussüberquerungen am Mara River zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist im August und September am höchsten, aber auch im Oktober kannst du noch echtes Glück haben. So wie ich. Allerdings ist diese Phase auch die vollste. Es kann passieren, dass sich an einer Löwensichtung 20 Fahrzeuge versammeln.
Von November bis Mai ist Nebensaison. Die Herden sind in der Serengeti, dafür hast du die Maasai Mara fast für dich. Im November und Dezember kommt die kurze Regenzeit. Die Landschaft ist grün und üppig, das Licht angenehm weich, die Tiersichtungen ausgezeichnet. Einige Pisten können kurzzeitig schwer befahrbar sein. März bis Mai bringt die lange Regenzeit, viele Camps schließen, dafür reisen die Glücklichen unter Profis und Fotografen.
Januar und Februar sind in meinen Augen Geheimtipps. Trocken, mild, geringe Besucherzahlen und gute Raubtiersichtungen, weil sich die Beutetiere konzentrieren.
Die große Migration am Mara River
Die Migration ist das, weshalb die meisten Reisenden in die Mara kommen. Wochen vor dem eigentlichen Sprung ziehen die Gnus in nervösen Wellen durch die Savanne, sammeln sich am Flussufer, warten, blöken und kehren wieder um. Niemand kann vorhersagen, wann und wo sie es endlich wagen.
Ich habe das Crossing auf einer Vormittagspirsch erlebt. Wir standen rund zwei Stunden direkt am Ufer des Mara River im Jeep und schauten zu, wie sich die Gnuherde auf der anderen Seite immer wieder formierte. Mehrere Anläufe scheiterten. Einzelne Tiere setzten an, schauten ins Wasser, drehten ab und stoben zurück in den Rest der Herde. Dann wieder Stillstand. Dann wieder Bewegung.
Schließlich machten sich nicht die Gnus, sondern die Zebras zuerst auf den Weg. Sie sprangen ins Wasser, durchquerten die Strömung, kletterten am Ufer auf unserer Seite heraus. Erst danach folgten die Gnus, und zwar in einer einzigen großen Bewegung. Hunderte Tiere stürzten gleichzeitig ins Wasser, Hufe klatschten, Hörner stießen aneinander, Kälber wurden mitgerissen.
In dieser Phase erlebten wir auch die Szene, die in jeder Doku zur Migration vorkommt. Ein Krokodil schoss aus der Strömung und packte ein junges Gnu, das es nicht rechtzeitig auf die andere Seite geschafft hatte. Es passierte schnell, fast lautlos. Was mich am Ende am meisten beeindruckt hat, war nicht diese eine Szene, sondern das Gesamtbild. Diese Wucht einer ganzen Herde, die einfach weiterzieht.
Tipp: Sei flexibel. Eine Flussüberquerung lässt sich nicht buchen, sie lässt sich nur abwarten. Plane mindestens vier bis fünf Tage in der Migrationssaison ein, um deine Chancen zu erhöhen.

Migration am Mara River

Krokodil versucht ein Gnu zu reißen
Tiere in der Maasai Mara
Die Maasai Mara beherbergt eine der höchsten Wildtierdichten Afrikas. Du brauchst Glück, um die Big Five zu sehen, und du brauchst nur ein wenig Zeit. Im Folgenden nehme ich dich Tier für Tier mit auf meine eigene Safari, mit den Geschichten, die ich wirklich erlebt habe.
Meine erste Pirschfahrt: Löwen, Nashörner und ein nasses Jungtier
Ich bin am frühen Mittag im Camp angekommen, habe etwas gegessen und mich von der Anreise erholt. Zur Pirschfahrt ging es dann am Nachmittag, als die Hitze nachließ und das Licht langsam goldener wurde.
Schon kurz nach der Ausfahrt blieb unser Guide stehen. Im hohen Gras lagen vier Löwen, alle auf dem Rücken gedreht, kaum zu erkennen zwischen den Halmen. Die Tiere ruhten, blinzelten gelegentlich in unsere Richtung und sahen so satt aus, dass an Bewegung nicht zu denken war. Wir warteten eine ganze Weile still daneben.
Wenige Minuten später folgte der eigentliche Höhepunkt des Nachmittags. Unser Guide hielt das Fahrzeug an und sagte: „Spitzmaulnashörner.“ Drei Tiere standen in einer offenen Senke. Eines davon, eine Kuh namens Mary, war ungefähr so alt wie ich. Unser Guide kannte sie. Spitzmaulnashörner sind in der Mara so selten geworden, dass die Ranger jedes einzelne Tier mit Namen kennen. Eine Begegnung, von der ich Wochen später noch erzählt habe.
Auf dem Rückweg zum Camp zog dann ein Gewitter über die Ebene. Unter einer großen Schirmakazie sahen wir eine Löwin mit einem winzigen Jungen. Der Regen prasselte herunter, das kleine Löwenjunge war innerhalb von Sekunden klitschnass, das Fell klebte am Körper. Die Mutter schob sich näher und schützte das Kleine mit dem eigenen Körper. Es ist das einzige Mal, dass ich ein Löwenjunges gesehen habe.

Löwen dösen im hohen Gras

Nashorn Mary

Pitsch naßes Löwenjunges
Löwen
Die Maasai Mara ist eines der besten Reviere weltweit, um Löwen zu sehen. Schätzungsweise leben hier rund 850 bis 900 Tiere. Die berühmten Rudel der Marsh Pride und der Topi Plains kennt man aus Naturdokumentationen wie der BBC Serie „Big Cat Diary“. Du siehst hier nicht nur Löwen, du siehst sie häufig auch in alltäglichen Szenen. Beim Ruhen, beim Spielen mit den Jungen, beim Wechseln des Reviers.
An einem Morgen waren wir mit dem Geländewagen unterwegs, als unser Guide eine Gruppe relativ junger Löwen entdeckte. Wir folgten ihnen parallel, immer in respektvollem Abstand. Nach einigen Minuten kam einer der Löwen ein Stück auf den Wagen zu, ein zweiter blieb halb verdeckt im Gras stehen. Ihre Mähnen waren noch hell und nicht vollständig ausgebildet, woran man das Alter der Tiere ganz gut erkennen kann. Es war eine ruhige Begegnung, ohne Drama, ohne Spannung. Aber genau dieser Moment, ein wildes Raubtier neben einem im offenen Geländewagen, ist es, weshalb man in die Mara fährt.

Augenkontakt mit Löwen
Geparde
Geparde sind die schnellsten Säugetiere der Erde. In der Maasai Mara hast du mit etwas Geduld gute Chancen, sie zu beobachten.
Auf einer Morgenpisch hatten wir das Glück, gleich vier Geparden im offenen Flachland zu sehen. Es war kein hohes Gras dort, eher kurzgeschnittene Savanne, in der sich die Tiere kaum tarnen mussten. Eine Antilope graste weit entfernt, aber zu einer richtigen Jagd kam es nicht. Die Geparden beobachteten lange, machten sich aber nicht auf den Weg. Stattdessen legten sie sich am Ende einer nach der anderen ins Gras und ruhten in der Morgensonne aus. Kein spektakuläres Erlebnis, aber genau das ist eine Safari oft. Viel Zeit, wenig Action, dafür diese ruhigen, intensiven Momente mit Tieren, die einfach ihren Tag verbringen.

Gepard am Morgen

Geparden Familie
Leoparden
Leoparden sind die heimlichsten Bewohner der Mara. Sie ruhen tagsüber gerne auf den Ästen großer Feigenbäume, perfekt getarnt zwischen Schatten und Sonnenflecken. Sichtungen sind selten und meist eine Frage von Glück und einem aufmerksamen Guide. Ich hatte auf unserer Reise leider keine Leopardensichtung. Wer den Big Five Sticker komplett machen möchte, sollte mehrere Tage Zeit einplanen und idealerweise auch eine Conservancy mit Nachtpirsch einbinden. Dort sind die Chancen oft etwas höher.
Afrikanische Elefanten
Elefanten siehst du in der Maasai Mara in großen Familienverbänden, oft mit mehreren Generationen. Sie bewegen sich gemächlich durch die Akazienwälder am Fluss, baden an seichten Stellen und spielen in den Schlammkuhlen. Ein erwachsener Bulle wiegt bis zu sechs Tonnen. Wenn er dir aus kurzer Distanz gegenübersteht, fühlst du dich sehr klein. Wenn der Guide den Motor laufen lässt und um Ruhe bittet, hat das einen Grund.

Elefantenherde am Morgen

Elefantenherde in der Maasai Mara
Afrikanische Büffel
Der afrikanische Büffel gilt als eines der gefährlichsten Tiere des Kontinents. Nicht weil er aggressiver ist als andere, sondern weil er gut beobachtet und nichts vergisst. Verletzte Büffel können tagelang auf ihre Verfolger warten. In der Maasai Mara siehst du Büffel in großen Herden auf den Ebenen, oft begleitet von Madenhackern. Das sind kleine Vögel, die ihnen Parasiten von der Haut picken. Eine schöne Symbiose, die man gut beobachten kann. Vorsicht ist vor allem bei einzelnen alten Bullen geboten, die lokal „Dagga Boys“ heißen.

Büffelherde

Büffel mit Madenhackern
Spitzmaulnashörner
Das Nashorn ist die seltenste der Big Five in der Mara. Im Hauptreservat leben nur noch wenige Dutzend Spitzmaulnashörner, vor allem im westlichen Mara Dreieck. Sie wurden in den letzten Jahrzehnten durch Wilderei stark dezimiert. Heute kennen die Ranger jedes einzelne Tier mit Namen. Wer ein Spitzmaulnashorn sieht, hat echtes Glück. Wir hatten direkt am ersten Abend sogar drei Tiere zur gleichen Zeit vor uns. Plane Nashornsichtungen aber nicht fest in deinen Trip ein. Sie sind und bleiben unvorhersehbar.

Spitzmaulnashörner erkennst du gut an ihrem Maul
Massai Giraffen
Die Massai Giraffe ist die größte aller Giraffenarten und unterscheidet sich von anderen Unterarten durch ihr unregelmäßiges, gezacktes Fellmuster. In der Maasai Mara siehst du sie oft in kleinen Gruppen, meist friedlich grasend an Akazien. Erwachsene Tiere erreichen bis zu sechs Meter Höhe und können mit einem einzigen Tritt einen Löwen außer Gefecht setzen. Eine schöne Erinnerung an die Evolution, die selbst sanft wirkenden Pflanzenfressern eine erstaunliche Wehrhaftigkeit gegeben hat.

Massai Giraffe

Männliche und weibliche Giraffe
Gnus
Gnus sind die heimlichen Hauptdarsteller der Mara. Sie sehen unscheinbar aus, fast komisch mit dem schmalen Hals und dem schweren Vorderkörper, doch in ihrer Masse sind sie eine eigene Kraft. Während der Migration ziehen über 1,5 Millionen Tiere durch das Ökosystem. Wenn du auf einer leichten Erhebung in der Savanne stehst und in die Ferne schaust, siehst du Gnus bis zum Horizont. Eine schwarze, leicht bewegliche Linie, die sich am Ende der Ebene verliert. Genau dieser Blick auf die schiere Größe der Herde ist das, was du nirgendwo anders so erleben kannst.

Gnuherde in der Savanne

Gnuher am Mara River
Steppenzebras
Wo Gnus ziehen, ziehen auch Zebras. Beide Arten gehen oft in gemischten Herden, weil die Zebras besser sehen und die Gnus besser hören. Eine perfekte Allianz. Die Streifen sind übrigens nicht nur Tarnung gegen Raubtiere, sondern auch ein wirksamer Schutz gegen Tsetsefliegen. Forschungen haben gezeigt, dass die Streifen das Insekt verwirren. In der Mara kannst du Zebras in den verschiedensten Situationen beobachten. Trinkend, kämpfend, badend in Staub und, wie bei meinem Besuch, als erste Tiere, die sich an eine Flussüberquerung wagen.

Zebra säugt ihr Junges
Flusspferde am Mara River
Im Mara River leben hunderte Flusspferde. Sie sind die heimlichen Schwergewichte des Flusses, ein Bulle wiegt bis zu vier Tonnen. Am Tag dösen sie im Wasser, nur Augen, Ohren und Nasenlöcher über der Oberfläche. Nachts kommen sie ans Ufer, um zu grasen, und können dabei bis zu 15 Kilometer wandern. Halte unbedingt Sicherheitsabstand. Flusspferde gelten als das gefährlichste Großtier Afrikas und töten jedes Jahr mehr Menschen als Löwen, Krokodile und Büffel zusammen.

Flusspferde im Mara River

Seltender Anblick: Ein Flusspferd außerhalb des Wassers
Hyänen, Schakale und kleine Räuber
Tüpfelhyänen haben einen schlechten Ruf, der ihnen nicht gerecht wird. Sie sind hochsoziale Tiere, leben in matriarchalisch geführten Clans und gehören zu den erfolgreichsten Jägern Afrikas, nicht nur zu den Aasfressern. Auch Schakale, Servale, Karakale und Honigdachse leben hier. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt jeden Tag neue Arten.

Hyäne mit Jungen

Schakal mit Beute
Antilopen und Gazellen
Neben Gnus tummeln sich in der Mara Topi Antilopen, Kongoni, Thomson Gazellen, Grant Gazellen, Impalas, Wasserböcke, Riedböcke und Elenantilopen. Manche Arten sind so häufig, dass du sie nach drei Tagen kaum noch beachtest. Der Topi gehört für mich zu den schönsten. Mit seinem dunklen, glänzenden Fell, den auffällig dunklen Flecken an Schenkeln und Schultern und der eleganten Haltung wirkt er fast wie eine Mischung aus Pferd und Antilope.

Thomson Gazelle

Topi Antilope mit nur wenigen Stunden altem Kalb

Elenantilope
Vogelwelt
Mehr als 470 Vogelarten sind in der Maasai Mara dokumentiert. Vom winzigen Bienenfresser bis zum gewaltigen Kampfadler. Besonders eindrucksvoll: Sekretärvögel, die Schlangen mit ihren Beinen erschlagen, Kronenkraniche mit goldenen Federhauben, Sattelstörche, Schreiseeadler und mehrere Geierarten, die ein totes Tier in Minuten verwerten. Selbst wer kein Vogelbeobachter ist, schaut hier öfter hin als sonst.

Bienenfresser

Greifvogel

Geier
Drehort von „Jenseits von Afrika“
Wenn dir die Landschaft seltsam vertraut vorkommt, kann das an Sydney Pollack liegen. Der Film „Jenseits von Afrika“ mit Meryl Streep und Robert Redford wurde an mehreren Schauplätzen in Kenia gedreht, und in der Region der Maasai Mara entstanden einige der bekanntesten Szenen, allen voran die berühmte Flugsequenz mit dem doppelflügeligen Tiger Moth über der Savanne. Wer den Film kennt, erkennt vor Ort den typischen Wechsel aus weiten Ebenen, einzelnen Akazien und Tierherden bis zum Horizont. Eine schöne kleine Reise in die Filmgeschichte, ganz nebenbei.

Drehort von Jenseits von Afrika
Praktische Tipps für deine Maasai Mara Safari
- Plane Zeit ein. Drei volle Safaritage sind das Minimum. Besser sind fünf bis sieben.
- Buche frühzeitig. Vor allem in der Hochsaison sind gute Camps Monate im Voraus ausgebucht.
- Vertraue deinem Guide. Ein guter Guide ist der Unterschied zwischen einer netten Safari und der Reise deines Lebens.
- Kleide dich neutral. Erdtöne wie Khaki, Olivgrün und Beige sind ideal. Weiß spiegelt das Licht, Schwarz und Blau ziehen Tsetsefliegen an.
- Nimm warme Kleidung mit. Die Morgenpirsch startet bei Temperaturen um 10 Grad. Eine Fleecejacke ist Pflicht.
- Lass die Drohne zu Hause. Drohnen sind im Reservat strikt verboten.
- Trinkgelder einplanen. Üblich sind 10 bis 15 US Dollar pro Tag und Gast für deinen Guide und den Camp Service.
- Respektiere die Tiere. Bleib leise, bleib im Fahrzeug, bedränge nie ein Tier für das bessere Foto.
Häufige Fragen zur Maasai Mara (FAQ)
Brauche ich Impfungen für die Maasai Mara?
Eine Gelbfieberimpfung ist für die Einreise nach Kenia bei vorheriger Reise in ein Risikoland Pflicht. Außerdem empfohlen sind Hepatitis A und B, Tetanus, Typhus sowie eine Malariaprophylaxe.
Sind in der Maasai Mara alle Big Five zu sehen?
Ja, theoretisch sind Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn vertreten. Das Spitzmaulnashorn ist allerdings sehr selten geworden und nicht garantiert.
Kann ich die Maasai Mara als Selbstfahrer besuchen?
Ja, mit einem geeigneten Geländewagen ist das möglich. Empfehlenswert ist es trotzdem, einen lokalen Guide zu engagieren, weil die Pisten oft schwer zu lesen sind und Tiere sich besser finden lassen.
Was kostet eine Safari in der Maasai Mara?
Eine geführte Safari kostet je nach Komfortstufe zwischen 250 und 1.500 US Dollar pro Person und Tag, inklusive Übernachtung, Verpflegung und Pirschfahrten.
Wann ist die beste Reisezeit für die Maasai Mara?
Die beste Zeit ist von Juli bis Oktober, wenn die große Migration im Reservat ist. Auch Januar und Februar bieten gute Sichtungen mit weniger Besuchern.
Wo liegt die Maasai Mara?
Die Maasai Mara liegt im Südwesten Kenias, etwa 270 Kilometer von Nairobi entfernt, und grenzt direkt an die Serengeti in Tansania.

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