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Eberswalder Spritzkuchen – süßes aus unserer Heimatstadt

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Wien hat die Sachertorte, die Schweizer haben den Rüeblikuchen und Eberswalde hat den Spritzkuchen. Als Spritzkuchen oder Spritzring ist er bundesweit bekannt und auch über die Brandenburger Grenzen in Bäckereiauslagen zahlreich zu finden. Wer ihn selbst backen möchte und noch mehr über seine Geschichte erfahren will, findet hier ein Originalrezept und viele weitere Anekdoten.

In unserer Heimatstadt Eberswalde gibt es den Spritzkuchen in jeder Bäckerei. Er ist genau der richtige Snack am Nachmittag bei Kaffee oder Tee. Ob gemütlich auf dem Sofa daheim, in geselliger Runde im Café oder als schnellen Zuckerschock auf dem Weg zum nächsten Termin. Ein Eberswalder Spritzkuchen geht immer!

Für alle, die ihn gern selbst backen möchten, haben wir hier ein Originalrezept rausgesucht.

Rezept Eberswalder Spritzkuchen

Zutaten für 12 Stück:

200 ml Milch
100 g Butter
15 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
150 g Mehl
1 EL Speisestärke
5 Eier
Butterschmalz, zum Frittieren
Puderzucker, zum Glasieren
Zitronensaft, für die Glasur

Eberswalder Spritzkuchen

Eberswalder Spritzkuchen

Zubereitungszeit:

30 Minuten (zzgl. 30 Minuten Ausbackzeit)

Und so wird’s gemacht:

  1. Die Milch mit der Butter, Zucker, Vanillezucker und dem Salz in einen Topf geben, erhitzen und einmal aufkochen lassen. Das Mehl mit der Stärke sieben, dazu geben und sorgfältig unterrühren. Den Teig bei geringer Hitze weiterrühren, bis sich ein Kloß und ein weißer Film am Topfboden bildet.
  2. In eine Schüssel geben und die Eier einzeln nacheinander gründlich unter den Teig rühren. Der fertige Teig sollte eine sehr geschmeidige Beschaffenheit haben.
  3. Butterbrotpapier in Rechtecke schneiden, die etwas kleiner als die Fritteuse sind. Brandteig in einen Spritzbeutel füllen und Kringel auf die Papierstücke spritzen.
  4. Das Frittierfett in einem weiten Topf erhitzen, bis sich an einem hineingestellten Holzkochlöffelstiel Bläschen bilden. Die Papierstücke umgedreht über das heiße Fett halten und Kringel hineingleiten lassen.
  5. Die Spritzkuchen portionsweise von beiden Seiten goldgelb backen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf einem Kuchengitter abtropfen und erkalten lassen.
  6. Den Puderzucker mit Zitronensaft dickflüssig anrühren und die Spritzkuchen damit einpinseln. Trocknen lassen.

Die Geschichte hinter dem Eberswalder Spritzkuchen

Die Anfänge

Der Konditor und Lebküchler Gustav Louis Zietemann aus Berlin erwirkte im Februar 1832 die Genehmigung, sich als Konditor in Eberswalde niederzulassen. Bereits im April 1832 eröffnete er seine Konditorei und bot dort erstmals den Eberswalder Spritzkuchen an.
Der damals 25-Jährige erfand nicht den köstlichen Brandteig als solchen. Er fand aber heraus, dass die süßen Teilchen besser gelingen, wenn man sie zunächst auf ein Papier spritzt und dann schwimmend im Fett ausbäckt und nicht im Backofen. Das so entstandene Gebäck war lockerer als alles, was bis dato aus Brandteig hergestellt wurde. So wurde seine Erfindung zu einem Renner in Eberswalde.
Ab dem Jahr 1842 lieferte er seine Spritzkuchen an den Eberswalder Bahnhof, wo seit August 1842 die neue Bahnlinie Berlin–Stettin verkehrte. Bäckerburschen verkauften lauthals auf den Bahnsteigen den „Eberswalder Spriiiiiiiiiiiiiiiitzkuchen“ und schnell waren sie von Berlin bis Stettin in aller Munde. Zietemann hat es in der Zeit zu einem der angesehensten Bürger von Eberswalde gebracht. In 1868 siedelte er zu seinem ältesten Sohn nach Riga über.

So ging es weiter

Sein jüngerer Sohn Hermann Julius übernahm die Konditorei und später führten zwei seiner Söhne das Geschäft weiter, bis in den letzten Kriegstagen im April 1945 die Konditorei in der Mühlenstraße zerstört wurde und die Familie das Unternehmen aufgab. Der Spritzkuchen jedoch überlebte. In den 1960er Jahren gab es ihn auch wieder auf dem Bahnhof zu kaufen. Anne´s Großvater kann sich an die Zeit auch noch sehr gut erinnern.

Anne und der Eberswalder Spritzkuchenjunge

Anne und der Eberswalder Spritzkuchenjunge

So wurde der Spritzkuchen ein Werbeträger für unsere Heimatstadt und viele Reisende verbanden den Namen von Eberswalde mit den Spritzkuchen. Zum Gedenken an Zietemann steht seit dem 30. November 2007 – anlässlich „175 Jahre Eberswalder Spritzkuchen“ eine Bronzestatue im Eberswalder Bahnhof.

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