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Oslo Tipps – zwischen Kunst, Museen und Geschichte

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Oslo ist eine Metropole in der es mir unglaublich viel Spaß bereitet, Museen zu besuchen sowie Kunst und Geschichte hautnah zu erleben. Norwegens Hauptstadt ist nicht nur für Kunstfreunde ein wahrer Leckerbissen, sondern überzeugt mit einer faszinierenden Vielfalt, wie etwa von Edvard Munch´s Schrei bis zum Simulatorsprung am Holmenkollen.

Oslo Pass

Keine Frage, Oslo ist ein teures Pflaster. Das Land mit dem weltweit höchsten Lebensstandard ist auch eine der teuersten Städte der Welt. Wie viele andere Städte auch, bietet Oslo einen Pass an, der sich hier wirklich lohnt. Freier Eintritt in mehr als 30 Museen sowie kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Ruter#) in den Zonen 1 und 2 (der Flughafen ist leider nicht mit dabei).

Wer mit Bus, Tram, Metro oder gar Fähre durch Oslo reist und verschiedene Museen und weitere Attraktionen besuchen möchte, der kann mit dem Oslo Pass einige Kronen sparen. Ich habe hier einmal die möglichen Ausgaben gegenübergestellt.

Preise für den Oslo Pass
Ein Erwachsener: 24 Stunden 445 NOK (ca. 45 €), 48 Stunden 655 NOK (ca. 65 €) und 72 Stunden 820 NOK (ca. 82 €).

Kosten öffentliche Verkehrsmittel ohne Oslo Pass
Im Vergleich: eine Einzelfahrt für ein Erwachsenen in Zone 1 kostet 36 NOK (ca. 3,60 €) und für Zone 2 59 NOK (ca. 5,90 €). Ein 24 Stunden Ticket für einen Erwachsenen in Zone 1 kostet 108 NOK ( ca. 10,80 €) und in Zone 2 177 NOK (ca. 17,70 €). Wer sein Ticket erst direkt im Bus kauft und nicht vor Fahrtantritt, der zahlt zusätzliche 20 NOK ( ca. 2,00 €). Am einfachsten ist es, sich die App auf sein Handy zu laden. Tickets gibt es sonst auch an Ticketschaltern oder Kiosken, wie etwa den 7-Eleven Shops oder im Deli de Luca.

Mit der Tram durch Oslo

Mit der Tram durch Oslo

Museen auf der Halbinsel Bygdøy

Die berühmtesten Museen von Oslo befinden sich auf der Halbinsel Bygdøy, im westlichen Teil der Stadt. Das sind unter anderem:

  • das Fram-Museum
  • das Norwegische Seefahrtsmuseum (Norsk Maritimt Museum)
  • das Kon-Tiki-Museum
  • das Wikingerschiffsmuseum (Vikingskipshuset)
  • das Norwegische Volksmuseum (Norsk Folkemuseum)
  • das Lustschloss des Königs Oskar I.

Bei meinen Besuchen habe ich es ins Wikingerschiffsmuseum (100 NOK ca. 10,00 € ohne Oslo Pass)  und ins Fram-Museum (120 NOK ca. 12,00 € ohne Oslo Pass) mit den berühmten Polarschiffen Fram und Gøja geschafft.

Die beiden Museen liegen etwas auseinander auf der Halbinsel und sind entweder mit dem Bus der Line 30 zu erreichen oder du machst es wie ich und gehst einfach zu Fuß. Bygdøy ist eigentlich ein Wohngebiet und die Häuser sind eine skandinavische Augenweide. Während meines Spaziergangs fragte ich mich, wie es wohl wäre, hier zu wohnen. Es wäre mein „place-to-be“.

Allerdings muss ich erwähnen, dass es im Winter teilweise sehr beschwerlich ist hier zu laufen. Es kann sehr glatt sein, da nicht alle Gehwege geräumt sind oder nur spärlich mit Splitt gestreut werden. Mit Spikes unter den Sohlen läuft es sich aber ganz komfortabel und sicherer.

Wikingerschiffsmuseum (Vikingskipshuset)

Im Wikingerschiffsmuseum sind mit dem Oseberg-Schiff und dem Tune-Schiff die best erhaltensten Wikingerschiffe der Welt zu sehen. Die weltbekannten und über 1100 Jahre alten Wikingerschiffe sind Zeugnisse des Fortschritts und der Eroberung der Meere aus dem 9. Jahrhundert. Ich war von der Handwerkskunst, vor allem von den filigranen Schnitzereien beeindruckt. Neben den Schiffen, sind auch kleinere Boote, Grabbeigaben und weitere gegenstände des Alltags der Wikinger ausgestellt.

Adresse: Huk Aveny 35, 0287 Oslo

Wikingerschiffsmuseum Oslo

Wikingerschiffsmuseum Oslo

Fram-Museum (Frammuseet)

Das Polarschiffmuseum rund um die weltberühmten Expeditionsschiffe Fram und Gøja sollte sich jeder Oslo Besucher nicht entgehen lassen. Kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen Roald Amundsen und seine Mannschaft auf Expedition ins ewige Eis aufbrachen. Die Fram hält noch immer den Rekord als stärkstes aus Holz gebautes Schiff, welches am weitesten in den Norden und in den Süden gesegelt ist. Die Fram ist eine imposante Erscheinung, wenn man direkt davor steht. An Deck ist es ein seltsames Gefühl, vor allem wenn man sich vorstellt damit an die Arktis und Antarktis zu segeln.

Im angrenzendem Gebäude gibt es eine ebenso interessante Ausstellung zur Gøja, welches als erstes Schiff die Nordwestpassage durchfuhr. In beiden Ausstellungen kann ich Stunden verbringen und bin ganz fasziniert von den originalen Ausrüstungsgegenständen. Mit am meisten berührt hat mich ein kleines Stofftier, von einem Mannsschaftsmitglied. Sie hatten den Befehl, Übergepäck auf dem Eis zurück zu lassen. Aber er schmuggelte als Maskottchen ein kleines Stoffäffchen unter seiner Jacke mit.

Adresse: Bygdøynesveien 39, 0286 Oslo

Expeditionsschiff Gøja im Fram-Museum

Expeditionsschiff Gøja im Fram-Museum

Expeditionsschiff Fram

Expeditionsschiff Fram

Bygdøy im Herbst

Bygdøy im Herbst

Ich war im Oktober und im Februar auf der Halbinsel und würde sie zu gern nochmal im Sommer besuchen. Zu gern möchte ich noch das Kon-Tiki Museum (120 NOK ca. 12,00 € ohne Oslo Pass) mit dem Original-Floß der Pazifiküberquerung von  Thor Heyerdahl sehen. Auch das Freilichtmuseum (160 NOK ca. 16,00 € ohne Oslo Pass) mit der Stabkirche aus Gol von 1200 würde ich zu gern bei einem nächsten Besuch erkunden.

Desweiteren gibt es hier viele Wege für Wanderer und Radfahrer sowie mehrere kleinere Strände und Badestellen in „Huk“. Zwischen soviel Kultur und Geschichte ist es immer wieder schön etwas anderes zu unternehmen, damit die vielen Eindrücke verarbeitet werden können. Bei meiner nächsten Reise nach Bygdøy würde ich aber nicht mit dem Bus fahren, sondern mit eins der Fährschiffe übersetzen.

Die Fährschiffe fahren von Rådhusbrygge 3 dem Rathauskai vor dem Osloer Rathaus von Mitte März bis Mitte Oktober ab und zählen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Halbinsel Bygdøy mit dem Fram Museum (li.) und dem Kon-Tiki Museum (re.)

Die Halbinsel Bygdøy mit dem Fram Museum (li.) und dem Kon-Tiki Museum (re.)

Botanischer Garten und das Munch Museum

Im Ostteil von Oslo im Stadtteil Tøyen ballen sich rund um den Botanischen Garten ein Teil des Naturhistorisk Museums, das Geologische Museum und das Zoologische Museum. Das Naturhistorisk Museum (120 NOK ca. 12,00 € ohne Oslo Pass) habe ich aufgrund der damaligen Sonderausstellung über Charles Darwin besucht.
Der Botanische Garten ist für jeden kostenfrei. Auf seiner Fläche wachsen rund 35.000 Pflanzen und 8.500 Arten aus den verschiedenen Teilen dieser Welt.

Ganz in der Nähe steht auch (noch) das Munch-Museum (120 NOK ca. 12,00 € ohne Oslo Pass) mit Edvard Munchs wohl bekanntestem Werk „Der Schrei“. Der weltberühmte Maler und Graphiker vermachte der Stadt Oslo seine gesamten Werke. Die stetig wechselnde Ausstellung habe ich nicht geschafft zu besuchen. Bei meinem nächsten Besuch werde ich aber hier Halt machen.

Die Sicherheitsmaßnahmen, vor allem am Museumsgebäude sind wegen früherer Diebstähle des berühmten Gemäldes „Der Schrei“ verschärft worden.

Es gibt viele Möglichkeiten schnell und mobil am Museum zu sein:
Mit der Metro (T-bane) 4 bis Tøyen, mit der Tram der Linie 17 bis Lakkegata skole oder mit dem Bus der Linie 31 bis Lakkegata skole.

Botanischer Garten in Ostlo

Botanischer Garten in Ostlo

Ski Museum und Sprungschanze Holmenkollen

Die berühmte Sprungschanze Holmenkollen ist 2009 modernisiert worden und befindet sich auf dem gleichnamigen Berg im Nordwesten von Oslo. Nicht nur den Ausblick über die Stadt und auf dem Fjord sollte sich keiner entgehen lassen.

Norwegen ist nicht nur eine Seefahrernation, sondern auch eine Skifahrernation. Im ältesten Skimuseum der Welt (140 NOK ca. 14,00 € ohne Oslo Pass, inkl. Sprungschanze) kann der Besucher die sagenhafte 4000-jährige Geschichte des Skilaufens erleben. Die Größe der Sprungschanze ist schon sehr beeindruckend. Als ich dann aber noch auf den Zuschauerrängen stand und von dort aus sah, wie steil es in die Tiefe geht, da stockte mir wirklich der Atem. Wem dieses Erlebnis nicht reichen sollte, kann einen eigenen „Sprung“ von der härtesten Abfahrtspiste der Welt per Simulator (95 NOK ca. 9,50 € ohne Oslo Pass und 76 NOK ca. 7,60 € mit Oslo Pass) wagen.
Die Technologie, die es früher nur für Piloten und Astronauten gab, kombiniert die Bewegungen eines Flugsimulators mit einem sogenannten „Eye-View“-Film, um ein realistisches Gefühl zu erzeugen. Ich habe es nicht ausprobiert. Ich hätte sonst noch heute Albträume.

Ich bin mit der Metro (T-bane) von der Station Nationaltheatret mit der Linie 1 bis Holmenkollem gefahren. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Von der Station geht es zu Fuß steil den Berg hinauf.
Am Holmenkollen beginnt der Nordmarka, eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Osloer. Biathleten und Sommerskifahrer triffst du hier immer bei ihrer liebsten Beschäftigung an.

Skisprungschanze Holmenkollen

Skisprungschanze Holmenkollen

Blick vom Holmenkollen

Blick vom Holmenkollen

Auf dem Holmenkollen

Auf dem Holmenkollen

Galerien und Attraktionen in Aker Brygge und Tjuvholmen

Alle, die sich für Architektur interessieren, werden sich in den Stadtvierteln Aker Brygge und Tjuvholmen sehr wohl fühlen. Hier gibt es jede Menge Freilichtkunst, und in Tjuvholmen gibt es mehrere Galerien. Der Architekt Renzo Piano entwarf das private Astrup Fearnley Museum (130 NOK ca. 13,00 € ohne Oslo Pass) in der Gegenwartskunst von norwegischen und internationalen Künstlern ausgestellt wird. Ich bin durch Aker Brygge geschlendert und war vor den Gebäuden und den vielen versteckten Skulpturen wirklich sehr angetan.

Die Busse der Linie 21, 54 entweder bis Bryggetorvet nehmen oder die Busse der Linie 32, 33, 54, 11 und 132 bis Vika Atrium. Die Tram 12 hält an der gleichnamigen Station Aker Brygge.

Freilichtkunst in Aker Brygge

Freilichtkunst in Aker Brygge

freier Eintritt ins Astrup Fearnley Museum mit dem Oslo Pass

freier Eintritt ins Astrup Fearnley Museum mit dem Oslo Pass

Freilichtkunst in Aker Brygge

Freilichtkunst in Aker Brygge

Vigelandpark

Einer der beliebtesten und bekanntesten Parks ist der Vigelandpark. Der Bildhauer Gustav Vigeland schuf mit seinen über 200 Skulpturen ein Lebenswerk in Bronze, Granit und Schmiedeeisen. Im Park kannst du den ganzen Tag verbringen. Mach es wie die Norweger, nimm dir ein Picknick mit und beobachte das bunte Treiben um dich herum. Der Vigeland Park ist nicht nur mit Oslo Pass, sondern das ganze Jahr über kostenfrei geöffnet.

Mit der Straßenbahn/Tram 12 bis Haltestelle Vigelandparken fahren.

der berühmte Vigelandpark in Oslo

Der berühmte Vigelandpark in Oslo

Alle angegebenen Preise sind auf dem Stand von August 2019.

Wie du siehst, findet jeder „sein“ Museum in der vielfältigen Auswahl von Oslo. Was würde dich am meisten interessieren?

Mehr Oslo findest du auch hier.

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4 Comments

  • Andreas Jähn sagt:

    Hallo Julia,

    Schöner Reisebericht. Wirklich eine interessante Zusammenfassung und nützlich für einen Kurztripp nach Oslo. Wann warst Du in Oslo? Leider stimmen die Preise nicht mehr, sind alle um VA. 10% gestiegen. Also ein wirklich teures Pflaster.

    Grüße
    Andreas

    • Anne-Katrin sagt:

      Hallo Andreas,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich, dass er dir gefällt. Ich war im Februar 2018 das letzte Mal in Oslo. Danke dir für deinen Hinweis, ich werde demnächst die Preise überprüfen und alles auf den neuesten Stand bringen. Verrückt, dass es in der Kürze der Zeit gleich um 10% teurer wurde.
      Viele Grüße
      Anne

  • Julia sagt:

    Oha, das sind schon wirklich recht gesalzene Preise! Aber klar, irgendwoher muss der hohe Lebensstandard den man den skandinavischen Ländern nachsagt ja kommen. Was ich immer irgendwie irritierend finde: Skandinavier gelten als die zufriedensten Europäer und haben den höchsten Lebensstandard mit für deutsche Verhältnisse absurder Work-Life-Balance (kann man jeden Klinikarzt fragen) und dennoch eine der höchsten Suizidraten in Europa. Je nun. Zurück zum Thema! Entschuldige. :D Ein toller Beitrag, der eine super Hilfestellung für Osloreisende ist! LG Julia

    • Anne-Katrin sagt:

      Hallo Julia,

      bei den Preisen muss man schon ein wenig schlucken. ;) Ich kann mir die hohe Suizidrate nur anhand der langen Dunkelheit erklären. Das schlägt dem einen oder anderen vielleicht sehr auf´s Gemüt. Da hilft dann auch kein hoher Lebensstandard. Wer weiß?? ;)
      LG,
      Anne

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